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Mönchengladbach
Hochprozentiger Schlussverkauf

Mönchengladbach: Hochprozentiger Winterschlussverkauf
FOTO: Klemens Zirngibl
Mönchengladbach. Weil der Winter bisher ausfiel, bieten Händler früh hohe Rabatte auf Winterkleidung. Wir haben uns umgesehen. Von Andreas Gruhn, Simon Klages und Klemens Zirngibl

Winterkleidung ist in diesem Winter so billig wie selten. Egal ob Mütze, Pulli oder Winterjacke - die Geschäfte überschlagen sich mit Angeboten und Rabatten von bis zu 70 Prozent. Grund ist die milde Witterung, die den Textilhändlern die Geschäfte verdorben hat. Peter Ott, Filialleiter des Mexx-Outlets in Mönchengladbach, faltet einen grauen Strickpulli mit Zopfmuster zusammen. Er seufzt. Normalerweise würde der Pulli laut Preisschild 89,99 Euro kosten, im Outlet och 59,99 Euro, doch auch der Preis ist durchgestrichen. Der dicke Strick kostet jetzt noch 19,99 Euro. "Den Winterschlussverkauf gibt es ja eigentlich nicht mehr, aber jeder macht ihn", sagt Ott. Schon seit Oktober hängen die Winterartikel wie dicke Jacken oder Strickpullover im Laden. "Deshalb gibt es bei uns über 70 Prozent Nachlass, weil wir einerseits den Lagerbestand leeren und auch schon neue Sachen für den Frühling verkaufen müssen."

So geht es fast allen Textileinzelhändlern. Eine Damen-Jacke für 111 Euro statt 249,95 Euro, eine Hose für 37,49 Euro statt 89,99 Euro, die Handtasche für 40 statt 45 Euro. "Aktuell spielt der Preis eine große Rolle bei der Kaufentscheidung", erzählt Iskender Kücükler, Inhaber des Modegeschäfts "Pretaporta". Er sieht sich zumindest in einem Punkt gegenüber den großen Ketten im Vorteil. "Es soll ja bald doch noch kalt werden, darauf können wir flexibler reagieren, indem wir die Wintersachen einfach etwas länger im Laden hängen lassen und die Sommerkollektion erstmal noch zurückhalten." Allerdings bringt die Zeit um den früheren Winterschlussverkauf auch Probleme für kleinere Modegeschäfte mit sich. "Ich kann zwar mit meiner Mode flexibler auf das Wetter reagieren, aber dafür nicht mit astronomischen Rabatten von bis zu 70 Prozent aufwarten", bemerkt Levent Ubeyli, Eigentümer von "All good Things".

Bei Galeria Kaufhof hängt hingegen bald schon wieder die Frühlingskollektion im Regal, weshalb es ab dieser Woche auf die schon reduzierte Ware noch einmal 25 Prozent Preisnachlass gibt. "Aufgrund der bisher recht milden Witterung ist gerade bei winterlichen Textilien jetzt die perfekte Zeit für Schnäppchenjäger", erzählt Steffen Siewert, Geschäftsführer der Filiale in Mönchengladbach. Seine Einschätzung: "Zehn Grad kälter hätte dem Geschäft in diesem Jahr auch nicht geschadet."

Der Schlussverkauf beginnt in diesem Jahr so früh wie selten. Die ersten Händler haben bereits vor Weihnachten mit den ersten Rabattaktionen begonnen oder sogar schon Frühlingsware im Regal liegen gehabt. "Jetzt läuft bereits die zweite bis dritte Rabattwelle", sagt Eduard Felzen vom Citymanagement. Zum Teil wird mit Rabatten von 70 bis 80 Prozent geworben. "Die Kollegen leiden, weil eine komplette Saison reduziert verkauft wird. Jetzt müssen sie die Läger freibekommen." Auch ein heftiger Wintereinbruch würde jetzt nur noch den Abverkauf beschleunigen, nicht aber die Saison retten. Der Rheinische Einzelhandelsverband spricht davon, dass nun Platz geschaffen werden muss. Anne Linnenbrügger-Schauer, Sprecherin des Rheinischen Einzelhandelsverbandes sagt: "Der Schlussverkauf hat sich bei Händlern etabliert als Möglichkeit, Verluste zu minimieren, als Kundenbindungsinstrument und als Möglichkeit, die Regale frei zu bekommen für die nächste Kollektion."

Quelle: RP
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