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Mönchengladbach
Mönchengladbach ist ein echter Saftladen

Mönchengladbach: Mönchengladbach ist ein echter Saftladen
Das Werk von Refresco an der Herrather Linde ist eine von vier Produktionsstätten in Deutschland. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Valensina und Coca-Cola sitzen in der Stadt, der Saftriese Refresco hat hier die Deutschlandzentrale. Da dessen Mutterkonzern nun Pepsi die Produktion von Punica und Lipton abkauft, könnte die Bedeutung des Getränke-Standorts weiter wachsen. Von Jan Schnettler

Valensina hat seinen Hauptsitz in Giesenkirchen, während der europäische Saftriese Refresco in Herrath produziert und seine Deutschlandzentrale an der Speicker Straße hat. Bei Coca-Cola in Güdderath wiederum werden pro Jahr fast 20 Millionen Kästen befüllt. Und viele Getränkekartons kommen vom Unternehmen Elopak, das einen wichtigen Produktions- und Entwicklungsstandort ebenfalls in Güdderath unterhält. Die Bedeutung des "Saftladens" Mönchengladbach könnte jetzt mittelfristig noch wachsen.

Denn die Muttergesellschaft von Refresco Deutschland, die niederländische Holding Refresco Gerber (2013 durch eine Fusion von Refresco und Gerber-Emig entstanden), übernimmt die Abfüllanlagen von PepsiCo Deutschland in Hamburg. Für die nächsten zehn Jahre stellt Refresco nun Punica und Lipton für das US-Unternehmen her, dessen bekannteste Marke Pepsi ist. Bereits jetzt zähle PepsiCo zu den wichtigsten Kunden, heißt es seitens der Holding. Ob der Kauf des Hamburger Punica-Werks Auswirkungen für den Standort Mönchengladbach haben könnte - und wenn ja, welche - dazu will man sich bei Refresco Deutschland derzeit noch nicht äußern. Man wolle die noch ausstehende Zustimmung des Bundeskartellamts abwarten, die für das zweite Quartal erwartet wird. Auch zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Aber zumindest dürfte auf die Deutschlandzentrale mit den neuen Aufgaben auch zusätzliche Arbeit zukommen.

Refresco stellt als größter europäischer Hersteller von Fruchtsaft und Softdrinks eigene Marken und Handelsmarken her, Deutschland ist dabei der größte Einzelmarkt. Die Holding mit Hauptsitz im holländischen Dordrecht ist zudem einer der größten Lohnabfüller; das heißt, dass sie Abfüllung, Etikettierung und Verpackung, theoretisch sogar den kompletten Herstellungsprozess, desjenigen Unternehmens übernimmt, dessen Name am Ende auf der Flasche oder dem Karton steht. So wie es nun eben in Hamburg für PepsiCo der Fall sein wird, nachdem Refresco diese Tätigkeiten für die Amerikaner bereits in Frankreich, Spanien, Großbritannien und den Benelux-Staaten leistet.

In Mönchengladbach ist Refresco seit dem Jahr 2000 aktiv - damals übernahm es den Fruchtsafthersteller Krings. Ein wichtiger Meilenstein der Standort-Geschichte war 2006 die 20-Millionen-Euro-Investition in eine neue PET-Flaschen-Abfüllablage und eine neue Produktionshalle. Vier Jahre später folgte der Zukauf eines Herstellers von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken und Wasser; damit füllte man eine Angebotslücke. Zudem gibt es in Deutschland aktuell in Calvörde, Grünsfeld und Erftstadt Produktionsstandorte.

In Herrath wurden 2013 in neun Produktionslinien insgesamt 442 Millionen Einheiten produziert, pro Tag brachte man es auf 1,9 Millionen Einheiten. Damit war Herrath nach Erftstadt (das jedoch mit dem Werk im niederländischen Heerlen zusammen gerechnet wird) der zweitgrößte deutsche Produktionsstandort Refrescos. In neun europäischen Ländern beschäftigte die Muttergesellschaft 2015 insgesamt 4100 Mitarbeiter - in einem sehr volatilen Markt durchaus beachtliche Zahlen.

Refresco Deutschland bringt es laut eigener Auskunft auf 850 Mitarbeiter, 2,5 Milliarden Füllungen pro Jahr (PET, Kartons und Dosen) und 600 verschiedene Produkte. Zu Refrescos Kunden in Deutschland zählen große Namen des Lebensmitteleinzelhandels, wie beispielsweise Rewe (Beste Wahl), Kaufland (K-Classic) und Aldi (Flirt).

Quelle: RP
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