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Vorfall in Mönchengladbach
Kleinkind nach Gasexplosion außer Lebensgefahr

Kleinkind bei Gasexplosion in Mönchengladbach verletzt
Kleinkind bei Gasexplosion in Mönchengladbach verletzt FOTO: Theo Titz
Mönchengladbach. Ein eineinhalbjähriges Mädchen wurde bei einer Gasexplosion in Mönchengladbach schwerst verletzt. Die Explosion wurde nach ersten Erkenntnissen von Gaskartuschen verursacht. Von Gabi Peters

Das 17 Monate alte Mädchen, das am Freitag bei einer Gasexplosion in einer Wohnung schwer verletzt und mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen wurde, konnte die Intensivstation wieder verlassen. Wie Polizeisprecher Wolfgang Röthgens am Montag mitteilte, befindet sich das Kind nicht mehr in Lebensgefahr und liegt jetzt auf der Normalstation.

Wegen der Explosion in der Wohnung an der Krefelder Straße, in der eine syrische Flüchtlingsfamilie lebte, ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei jetzt wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung. Am Montag haben Brandermittler der Kriminalpolizei die betroffene Wohnung eingehend untersucht. Dabei stellten sie fest, dass die Explosion in der Küche aus dem Bereich eines Elektroherds und nicht, wie zunächst gemeldet, im Bereich eines gasbetriebenes Backofens ausgegangen ist. In der Küche fanden die Ermittler kleine Butangasdosen, wie man sie im Campingbereich verwendet. Die Kripo geht davon aus, dass der Backofen eingeschaltet wurde und die Gasdosen durch die Hitzeeinwirkung explodierten.

Am Freitagnachmittag waren gegen 17 Uhr zahlreiche Notrufe bei der Feuerwehr eingegangen. Anwohner der Krefelder Straße hatten einen lauten Knall gehört. In der Wohnung im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses war die Druckwelle durch die Verpuffung so stark, dass Küchenfenster und Küchentür herausgedrückt wurden.

Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion nur die Mutter und ihre beiden Kinder in der Wohnung. "Nur das schwer verletzte Kleinkind muss sich im Wirkbereich der Explosion befunden haben", so Röthgens. Der Vater, der das schwer verletzte Kind später in den Armen hielt, soll später hinzugekommen sein. Das Mädchen hat an circa 15 Prozent der Körperfläche Verbrennungen zweiten Grades. Anhaltspunkte für ein Verschulden nicht zugangsberechtigter Personen haben sich laut Polizei nicht ergeben. Ob das Kind an den Herdknöpfen spielte, ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an.