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Mönchengladbach
Mönchengladbach mag es untergärig

Mönchengladbach: Mönchengladbach mag es untergärig
Michael Kolonko ist Braumeister und Wirt in der Brauerei "Zum Stefanus". Dort werden bis zu acht verschiedene Sorten produziert, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Im Mennrather Brauhaus "Zum Stefanus" ist Michael Kolonko Braumeister und Wirt zugleich. Seine Gäste trinken am liebsten ein helles Bier. Zur Produktpalette gehören auch noch andere Sorten. Zu jedem Essen schmeckt eine andere. Von Christian Lingen

Zu einem gut bürgerlichen Essen in einer rustikalen Gaststube gehört ein gutes Glas Bier einfach mit dazu. Auch in einem Schützenfestzelt, bei einer Karnevalssitzung oder vor dem Fernsehen, wenn gerade Borussia spielt, darf es gerne schon einmal ein kühles Blondes oder ein leckeres Altbier sein. Natürlich greifen die meisten Mönchengladbacher zu den großen Marken, die Pils, Alt, Kölsch und Weizenbier anbieten. Es gibt aber auch kleine Brauereien, die Biere produzieren, wie es sie nirgendwo anders zu kaufen gibt. Eine von ihnen ist die Brauerei "Zum Stefanus", wo Michael Kolonko gleichsam Braumeister und Wirt ist. Seine Biere sind unverwechselbar im Geschmack.

"Die Mönchengladbacher trinken gerne Bier, weil es lecker und gesund ist", sagt Michael Kolonko. Früher zählte Bier zu den Grundnahrungsmitteln. Es enthält viele Mineralien und besitzt schnell verwertbare Kohlehydrate. Im Brauhaus "Zum Stefanus" gibt es insgesamt acht Biere, von denen aktuell aber nur drei produziert werden. "Ich stelle zur Zeit ein helles, ein dunkles und ein Weizenbier her", erzählt Kolonko. Je nach Jahreszeit kommen fünf weitere Sorten wie helles und dunkles Bockbier, ein Festbier, ein Hochzeitsbier und der Maibock hinzu. Zum Einsatz kommen dabei nur hochwertige Zutaten. Das Malz kommt aus Franken, der Hopfen aus der Hallertau und die Hefe von einer speziellen Hefebank. Im Brauhaus "Zum Stefanus" ist das Bier noch ein echtes Handwerksprodukt.

"Ich habe meine eigenen Rezepte und schrote das Malz selber. Dabei werden verschiedene Sorten miteinander vermischt", verrät der Braumeister. Obwohl das Rezept immer dasselbe ist, schmeckt das Bier immer anders. "Das liegt am Hopfen und am Malz. Jeder Jahrgang schmeckt ein kleines bisschen anders", erklärt Kolonko. Entscheidend sei nur eines: "Bier muss zum Weitertrinken anreizen." Der Begriff "Altbier" hat übrigens nichts mit dem Alter des Getränks zu tun. "Es sagt nur aus, dass das Bier nach alter Tradition gebraut wurde, wie man es schon vor 200 Jahren tat", erzählt Michael Kolonko. Deshalb gebe es auch Altbiere, die hell sind. Der Unterschied zwischen Kölsch und Alt bestehe lediglich in der Farbe und der Hopfung. Die Gäste im Brauhaus "Zum Stefanus" trinken am liebsten helles Bier. Das ist wie das dunkle untergärig, also bei acht Grad gegärt.

Obergärige Biere gären bei 20 Grad. Zu ihnen gehören zum Beispiel Weizen- und Bockbiere. Die Hefe produziert als Nebenprodukt bestimmte Geschmacksvariationen. Die reichen von Banane über Eisbonbon bis zu Gewürznelke. Die Biere im Brauhaus in Mennrath haben eine leichte Note von Banane und Gewürznelke.

Aber nicht jeder mag jedes Bier. Das liegt aber nicht an dem Vorurteil, dass Männer und Frauen unterschiedliche Biere lieber trinken. "Der Geschmack ist eine sehr persönliche Angelegenheit", sagt Michael Kolonko. Er konnte bereits Weintrinker von seinen handgemachten Bieren überzeugen. Seine Biere sind nicht filtriert und immer frisch. Das liegt daran, dass im Brauhaus immer nur soviel Bier produziert wird, wie benötigt. Die Produktion eines Bieres dauert übrigens sechs Wochen.

"Für jedes Essen gibt es das dazu passende Bier", sagt Kolonko. Zu Muscheln schmecke ein dunkles Bier gut. Bei Süßspeisen ist eher ein Bockbier gefragt. Wer ansonsten gerne süße Getränke zu sich nimmt, dem schmeckt sicherlich auch ein Weizenbier. "Ich selber bevorzuge helles Bier. Ansonsten trinke ich Kaffee und Wasser", erzählt Michael Kolonko. Der Experte rät übrigens davon ab, zu viele Biersorten durcheinander zu trinken. Denn dann schmecke man keinen Unterschied mehr.

Quelle: RP
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