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Mönchengladbach
Mönchengladbach nimmt erneut an HIV-Testwoche teil

Mönchengladbach. Hilfesuchende können sich in der kommenden Woche im Gesundheitsamt ohne Termin beraten oder testen lassen. Von Markus Plüm

Die wichtigste Botschaft schickt Ursula Backes direkt vorneweg: "Eine HIV-Infektion ist zwar noch nicht heilbar, aber inzwischen behandelbar. Man kann damit leben und hat nur geringe Einschränkungen." Je früher eine Infektion erkannt werde, desto besser ließe sie sich behandeln.

Auch deshalb beteiligt sich das Gesundheitsamt Mönchengladbach ab kommenden Montag wieder an der Europäischen HIV-Testwoche. Vom 20. bis 24. November können sich Ratsuchende ohne vorherige Terminabsprache beraten und einen AIDS- oder Syphilis-Test vornehmen lassen - vertraulich, anonym und kostenlos. In dieser Woche hat die Beratungsstelle im Gesundheitsamt täglich geöffnet.

Die Erfahrungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass das Angebot sehr positiv angenommen wird. Bei der jüngsten Testwoche im Mai hätten deutlich mehr als 100 Menschen Rat und Beratung gesucht. "Viele schaffen es erst, über ihren Schatten zu springen, wenn das Angebot täglich zur Verfügung steht und keine Termine vereinbart werden müssen. Dann ist die Hemmschwelle für viele, die sich unsicher sind, niedriger", sagt Backes.

Seit 30 Jahren ist die Beratung inzwischen den Gesundheitsämtern überlassen. "Damals hat man erkannt, dass Aids-Beratung eine staatliche Aufgabe sein muss. Das war für uns nun ein weiterer Anlass, abermals für eine Woche die Türen zu öffnen", sagt die Beigeordnete Dörte Schall. Zwar haben sich laut Ursula Backes die medizinischen Möglichkeiten inzwischen deutlich weiter entwickelt. "Leichte Erfolge sind erkennbar, 2016 ist die Zahl der Neu-Diagnosen erstmals seit Jahren wieder gesunken." Aber: Trotz aller Bemühungen sei Aids immer noch ein Tabu-Thema.

Wer sich in der kommenden Woche testen lassen möchte, erhält sein Ergebnis nach drei bis sieben Tagen in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. "Aber selbst ein positives Ergebnis muss nichts Schlimmes bedeuten. Inzwischen lässt sich auch mit HIV ein ziemlich normales Leben führen." Ursula Backes rät gleichzeitig dazu, den angebotenen Syphilis-Test direkt mitmachen zu lassen. "Die Krankheit erlebt seit Anfang des Jahrtausends leider eine Renaissance. Zu spät diagnostiziert ist Syphilis in jedem Fall tödlich. Daher lohnt sich auch dieser Test."

Öffnungszeiten der Beratungsstelle im Gesundheitsamt, Am Steinberg 55: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Dienstag von 9 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Quelle: RP
 
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