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Internationale Bande
Polizei nimmt "falschen Polizisten" in Mönchengladbach fest

Die Maschen der Trickbetrüger
Die Maschen der Trickbetrüger FOTO: dpa, frg fpt
Mönchengladbach/Köln. Die Polizei hat am Donnerstag einen Betrüger festgenommen. Er soll Mitglied einer international agierenden Gruppe sein und als angeblicher Polizist ältere Menschen betrogen haben.

Bei dem vermehrten Auftauchen falscher Polizisten bei Senioren in Deutschland führt eine Spur in die internationale Organisierte Kriminalität. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln am Donnerstag mitgeteilt. 

Gemeinsam mit einem Komplizen soll der 24-Jährige, ein deutscher Staatsangehöriger türkischer Herkunft, mehrere Senioren betrogen haben, ehe ihn Fahnder aus Mönchengladbach und Köln nun festnehmen konnten.

Mitte April 2017 meldete sich laut Staatsanwaltschaft erstmalig ein angeblicher Polizeibeamter telefonisch bei einem Ehepaar (79, 84) aus Leverkusen. Er gab vor, dass ein Mitarbeiter der Sparkasse die Daten der Senioren an Kriminelle weitergegeben habe. Man habe zwei Personen festgenommen, jedoch seien weitere Straftäter noch auf der Flucht und man erwarte einen Einbruch bei den Geschädigten. Zur Sicherheit würde zeitnah ein Kollege anrücken, um Wertgegenstände des Ehepaars in sichere Verwahrung zu nehmen. Kurze Zeit später soll der 24-Jährige Bargeld, Schmuck und Münzen in einem fünfstelligen Euro-Bereich abgeholt haben.

Festgenommener hatte "Schlüsselrolle"

In Kiel, Berlin, Neubrandenburg und Euskirchen hätten sich die Täter als Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) gemeldet. Die falschen BKA-Beamten gaukelten den Senioren vor, dass in der Türkei ein Haftbefehl gegen sie vorliege. Ihre Festnahme und Auslieferung an die Türkei stehe kurz bevor. Mit solchem psychischem Druck seien die oft hochbetagten älteren Menschen zur Überweisung von mehreren Tausend Euro überredet worden.

Die Inhaber der Konten, über die die Zahlungen abgewickelt wurden, hätten dabei vom wahren Zweck des Zahlungsverkehrs nichts gewusst.

Der 24-Jährige habe in dem Betrugsring eine Schlüsselrolle als Koordinator eingenommen. Die Polizei stellt klar: Sie frage am Telefon nicht nach Wertgegenständen und biete auch niemals deren Abholung und Aufbewahrung an. In Zweifelsfällen helfe ein Anruf bei der "110" - dazu sollte aber nicht die Wahlwiederholungsfunktion benutzt werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem nun Festgenommenen vor, in diesen Fällen eine Schlüsselrolle als Koordinator der Straftaten fungiert zu haben. Er soll zum Beispiel von einem Mittäter aus der Türkei die nötigen Informationen über die Geschädigten und deren Wohnorte erhalten haben. 

Bei der Durchsuchung seiner Bleibe wurden diverse Beweismittel sichergestellt, die möglicherweise auch Hinweise auf weitere Straftaten bieten. Der Beschuldigte wird heute dem Haftrichter in Köln vorgeführt.

(skr, dpa)
 
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