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Tödliches Autorennen in Mönchengladbach
Polizei fahndet noch immer nach dem Fahrer eines silbernen Seat

Fußgänger stirbt bei illegalem Autorennen in Mönchengladbach
Fußgänger stirbt bei illegalem Autorennen in Mönchengladbach FOTO: Stephan Schellhammer
Mönchengladbach. In der Nacht zu Samstag ist ein 38-Jähriger gestorben, weil sich zwei Männer offenbar ein illegales Autorennen lieferten. Die Polizei in Mönchengladbach fahndet auch am Sonntag noch nach dem zweiten Fahrer des tödlichen Unfalls. Von Andreas Gruhn, Mönchengladbach

Die Markierungen auf der vielbefahrenen Straße ziehen sich über viele Meter. Als wäre nichts gewesen fahren am Samstagmorgen viele Autos darüber, nur die aufgesprühte Farbe auf dem Asphalt, ein abgebrochener Scheibenwischer und ein paar Glasscherben am Straßenrand zeugen noch davon, welche Tragödie sich in der Nacht zu Samstag auf der Fliethstraße in Mönchengladbach abgespielt hat: Ein 38 Jahre alter Mann musste dort sterben, weil sich zwei Männer offensichtlich ein illegales Autorennen mit ihren hochmotorisierten Wagen lieferten.

Der Fußgänger wurde von einem der beiden Fahrer mit offenkundig hoher Geschwindigkeit angefahren – direkt unterhalb einer Fußgängerbrücke. Der Mönchengladbacher starb nach Angaben der Polizei noch an der Unfallstelle. Der Mann wohnte nach Informationen unserer Redaktion in der näheren Umgebung. Die Angehörigen des Mannes, der ursprünglich aus Süddeutschland kommt, wurden dort am Morgen von der Polizei über den Tod ihres Sohnes und Bruders informiert. Angehörige in Mönchengladbach gibt es offenbar nicht.

Die Polizei habe bis tief in die Nacht ermittelt, die Fahndung nach dem zweiten Fahrer, der von der Unfallstelle geflüchtet war, läuft auch am Sonntag mit Hochdruck weiter. Erste Hinweise sind bereits eingegangen, sagt die Polizei. Sie prüft nun, ob etwas Konkretes dabei ist.

Zeugen erinnern sich an Nummernschild

Nach ersten Zeugenaussagen am Samstag soll es sich um einen silbernen Seat mit Mönchengladbacher Kennzeichen handeln. Zeugen wollen sogar eine Anhängerkupplung und weitere Teile des eher kurzen Kennzeichens erkannt haben. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen unter der Telefonnummer 02161 290.

Bereits nach den ersten Ermittlungen in der Nacht richtet die Polizei eine Sonderkommission ein, sagte Polizeisprecher Jürgen Lützen. Der 28 Jahre alte Mann aus Schwalmtal, der mit seinem schwarzen Seat den Mönchengladbacher erfasst hatte, war in der Nacht vorläufig festgenommen worden. Nach seiner Aussage wurde er von der Staatsanwaltschaft wieder entlassen. Der Vater holte ihn am Morgen aus dem Polizeigewahrsam ab. Gegen den 28-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. 

Das Autorennen begann den Ermittlungen der Polizei zufolge bereits auf der Korschenbroicher Straße. Mit hoher Geschwindigkeit rasten die beiden Fahrzeuge weiter in Richtung Fliethstraße. Der flüchtige Fahrer des silbernen Fahrzeugs fuhr dabei laut Polizei in der Mitte der beiden Fahrspuren. Dabei scherte der hinter fahrende 28-Jährige mit seinem schwarzen Seat nach links auf die Gegenfahrbahn aus, um ihn zu überholen. Dort erfasste er dann den 38-Jährigen, als er gerade zu Fuß die Straße überquerte.

Chronik der illegalen Autorennen

In seiner Vernehmung soll der Schwalmtaler angegeben haben, mit 60 bis 70 Stundenkilometern gefahren zu sein. Zeugen wiederum schätzten die Geschwindigkeit deutlich höher ein. An der Stelle sind höchstens 40 Stundenkilometer erlaubt. Durch den Zusammenprall wurde der getötete Fußgänger offenbar viele Meter weit durch die Luft geschleudert. Die Rettungskräfte versuchten den Mann noch im Rettungswagen wiederzubeleben – vergeblich. Er starb noch am Unfallort.

Zu dem anderen Unfallfahrer machte der Schwalmtaler in der ersten Vernehmung keine Angaben. Zuvor will er allein in einem Fastfood-Restaurant an der Korschenbroicher Straße gewesen sein. Die Beamten haben einen Sachverständigen hinzugezogen. Eine Zeugin des Unfall erlitt einen schweren Schock und musste ebenfalls vom Rettungsdienst behandelt werden.