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Mönchengladbach-Rheydt
Mann gab mehrere Schüsse auf Frau ab

Schüsse in Mönchengladbach: Zwei Verletzte in Rheydt
Mönchengladbach. Bei einem Schusswechsel ist am Montag an der Waldhornstraße in Pongs eine Frau schwer verletzt worden. Ein tatverdächtiger 38-jähriger Mann wurde ebenfalls getroffen und festgenommen. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Polizei sucht Zeugen. Von Andreas Gruhn

Der Notruf geht um 12.30 Uhr bei der Polizei ein, und er kommt von einer Frau, die von mehreren Schüssen schwer verletzt worden ist. Sofort rücken mehrere schwer bewaffnete Streifenwagenbesatzungen aus zur Waldhornstraße in Pongs. Bei einer Schießerei mitten in einem Wohngebiet ist die 32 Jahre alte Frau am Montagmittag schwer verletzt worden. Sie wurde von mehreren Schüssen getroffen, unter anderem in den Bauch, wie Polizeisprecherin Isabella Hannen erklärte. Ob Lebensgefahr besteht, war bis zum Abend noch unklar. Außerdem wurde ein 38 Jahre alter Mann von einem Schuss in den linken Oberschenkel getroffen. Auch er wurde in einem Krankenhaus behandelt. Die Polizei nahm den Mann am Tatort vorläufig fest.

Wie sie dann am frühen Abend mitteilte, war es zwischen dem Mann und der Frau zu einem Streit gekommen. Daraufhin soll der 38-Jährige die Frau attackiert und geschlagen haben, anschließend soll er mehrere Schüsse auf sie abgegeben haben. Die weiteren Umstände der Tat sind aber noch nicht klar. Medienberichten, wonach auch die Frau einen Schuss auf den Mann abgegeben habe, widersprach die Polizei zunächst. "Die Umstände seiner Verletzung, der Hintergrund der Tat und die Frage, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen, sind Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen", sagte Polizeisprecherin Hannen. Damit ist auch ungewiss, ob es sich um einen Beziehungsstreit handelte. "Bisher wissen wir nur, dass beide miteinander bekannt waren", sagte Hannen. Weil die Staatsanwaltschaft und die Polizei von einem versuchten Tötungsdelikt ausgehen, ermittelt jetzt eine Mordkommission.

Schüsse auf Garagenhof in Mönchengladbach-Rheydt FOTO: Andreas Gruhn

Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen am Tatort

Wenige Minuten nach dem Notruf der 32-Jährigen waren die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot im Einsatz. Während ein Rettungswagen die schwer verletzte Frau in ein Krankenhaus brachte, begannen die Kriminalbeamten mit den Ermittlungen. Anwohner wurden befragt, ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Häuserblock. Auf den Häuserdächern bezogen mehrere bewaffnete Polizeibeamte Position. Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen bewachten den Tatort, während die Spurensicherung arbeitete. Gelbe Kreise markierten wichtige Spuren auf dem Asphalt, unter anderem fanden die Ermittler dort ein Mobiltelefon. Sie müssen nun klären, wie es zu den Schüssen mitten im Wohnblock gekommen ist. "Eins, zwei, drei", zählt ein Nachbar mit zittrigen Fingern die Schüsse auf die Frau auf. Dann habe er die 32-Jährige nur noch an einer Garage angelehnt liegen sehen. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte er mit ängstlicher Stimme.

Ein anderer Anwohner berichtete: "Nachdem die Schüsse fielen, habe ich nur noch den Mann auf dem Boden hinter einem Wohnanhänger liegen sehen. Ich dachte zuerst, der sucht etwas unter dem Wohnwagen. Dann aber kamen die Polizisten mit gezückten Waffen über die Wiese gelaufen." In dem direkt angrenzenden Wohnhaus soll es häufiger zu Polizeieinsätzen gekommen sein. Ob in dem Haus auch die beiden Beteiligten wohnen, ist noch nicht geklärt. Die Polizei sucht nun Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben oder sachdienliche Angaben dazu machen können. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 02161 290 zu melden.

Quelle: RP