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Mönchengladbach
So läuft das Benzin-Jojo an den Zapfsäulen

Mönchengladbach: So läuft das Benzin-Jojo an den Zapfsäulen
Morgens, halb zehn in Mönchengladbach. Die Preise für Benzin und Diesel sind zum Vergleich zum Abend deutlich teurer. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Zwischen morgens und abends pendeln die Benzinpreise kräftig hin und her. Aber auch zur selben Tageszeit können von Tankstelle zu Tankstelle gravierende Unterschiede auftreten. Wer clever tankt, spart. Von Kilian Treß

Morgenstund hat Gold im Mund? Von wegen! Die Regel mag zwar dem einen oder anderen den Fang des frühen Wurms ermöglichen. Klar ist aber: Beim Auto-Betanken sind die Morgenstunden die teuerste Zeit. Und zwar mit Abstand. Das hat unser Test ergeben.

In der Innenstadt haben wir die Preise der Tankstellen beobachtet. Darunter sind Aral-, Shell-, Jet- und Star-Tankstellen sowie zwei freie. Sie sind alle etwa im Umkreis von 2000 Metern angesiedelt, buhlen somit um denselben Kundenstamm und sind daher vergleichbar.

Lediglich der Preis für Autogas bleibt stabil. FOTO: Ilgner Detlef (ilg)

Bei allen Tankstellen stellten wir fest, dass am Morgen die Höchstpreise gezahlt werden müssen. Das zeigt zum einen der Blick am Samstag auf die Preistafeln der Star-Tankstelle an der Theodor-Heuss-Straße. Super, Super Plus oder E10 waren am Morgen im Vergleich zum Abend fünf Cent teurer. Diesel sogar sechs Cent (Bild).

Wer zu diesem Zeitpunkt an der Star-Tankställe das Auto mit Sprit befüllt hat, kann aber immer noch guten Gewissens sagen, dass er einige Euro gespart hat. Denn Aral und Shell, Autofahrer werden das bestätigen können, stechen beim Test als die im Schnitt teuersten Anbieter heraus. Zwei bis drei Cent pro Liter Diesel oder Benzin werden da oft noch einmal draufgeschlagen. Der Mittag des 10. August, der Montag der vergangenen Woche, war noch gravierender. Als um 12 Uhr bei der freien Tankstelle "TS" an der Aachener Straße der Liter Benzin 1,419 kostete, verlangte zeitgleich Aral an der Waldnieler Straße noch 1,479- sechs Cent mehr. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern sind das einfach mal drei Euro zusätzlich, die aus der eigenen Geldbörse ins Einkommensäckel des großen Mineralölkonzerns BP fließen würden.

Das mag den einen nicht weiter stören. Vielfahrer, die zwei bis drei Mal pro Woche zur falschen Zeit Benzin aus dem falschen Zapfhahn beziehen, können so aber schnell 25 Euro und mehr im Monat; 300 Euro im Jahr zusätzlich blechen. Der Clevere tankt deshalb am rechten Ort zur rechten Zeit. "Wir beobachten seit geraumer Zeit die Entwicklung, dass der Benzinpreis im Tagesverlauf hohen Schwankungen unterliegt", sagt die ADAC-Sprecherin Katja Lenz. Auf dem Markt habe sich vieles geändert. "Früher gab es die Regel, dass zum Wochenende hin das Benzin günstiger wird." Dieses Gesetz sei aber längst außer Kraft gesetzt. Es komme heutzutage auf die Tageszeit an, betont sie.

Eine ADAC-Auswertung hat ergeben, dass der Benzinpreis in ganz Deutschland um 8,4 Cent, der Preis für Diesel gar um 8,7 Cent, schwankt. Jeden Tag. Zur Mittagszeit, so zeigt der Test unserer Zeitung, sind die Unterschiede in Mönchengladbach von freien und Markentankstellen nur noch marginal. Zwischen 13 und 15 Uhr glichen sich die Preise aller beobachteten Tankstellen auf bis zu 1 Cent an. Aral und Shell boten Benzin für 1,459, die anderen vier zu 1,449 an. Offenbar reagieren die Großkonzerne zu der Mittagszeit auf die kleinen Anbieter. Beim Kunden erweckt das den Eindruck, das der Mittag der richtige, günstige Zeitpunkt zum Tanken ist. "Viele Angestellte fahren dann in der Pause zur Tankstelle, in dem Glauben, dass sie dann Geld sparen", sagt Anja Lenz. Das sei aber ein Irrtum.

Die wohl günstigste Zeit zum Tanken ist laut Lenz zwischen 18 und 20 Uhr. Auch das bestätigt der Test unserer Zeitung. An den Testtagen war der Abend im Vergleich zum Morgen etwa 5 Cent pro Liter günstiger. An jeder Tankstelle. Trotzdem lohnt sich immer der Vergleich der umliegenden Tankstellen. Denn: Wer zu lange am Abend wartet, tappt womöglich doch wieder in die Preisfalle. Nach 20 Uhr ziehen die Tankstellen die Preise nämlich wieder drastisch an. "Aral nach unserer Erhebung übrigens im Bundesschnitt als Erstes", sagt Lenz. Der Rest zieht dann nach. Morgens ist es dann wieder am teuersten.

Quelle: RP
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