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Mönchengladbach
Mönchengladbacher kritisieren Bahnhöfe

Mönchengladbach: Mönchengladbacher kritisieren Bahnhöfe
Die Bahn AG hat bereits einige Millionen Euro in den Gladbacher Hauptbahnhof investiert, nun soll endlich das Foyer folgen. Der Zustand hat sich laut den Reisenden nicht stark verbessert. FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Bei unseren Lesern schneidet der Gladbacher Hauptbahnhof schlecht ab, ebenso der in Rheydt und der Bahnhof Odenkirchen. Von Denisa Richters

Bahnhöfe hatten schon immer eine wichtige Funktion, sind Orte des Abschieds und der Ankunft, sind oft das erste, was man von einer Stadt sieht. Doch viele Bahnhöfe sind in einem schlechten Zustand. So landete der Hauptbahnhof in Gladbach bei einem jüngsten Ranking bezüglich Bewertungen der Reisenden bundesweit auf dem vorletzten Platz, nur der in Wuppertal wurde noch schlechter bewertet. Zwar hat die Bahn AG bisher fünf Millionen Euro in den Bahnhof investiert (unter anderem in Aufzüge und Beleuchtung), 1,1 Millionen Euro sollen bald auch in das Foyer fließen. Doch, so unsere Leser, liegt noch einiges im Argen. Und nicht nur in Gladbach. Massive Kritik gibt es auch am Hauptbahnhof in Rheydt und dem Bahnhof in Odenkirchen.

RP-Leserin Margret Hacker zum Beispiel schreibt, dass das Foto von der Bahnhofshalle in Gladbach zu unserem Bericht noch geschmeichelt sei. "Tatsache ist, der gesamte Bahnhof ist ein Drecksloch", der Rheydter Hauptbahnhof sei in einem "genauso miserablen Zustand". Man müsse sich schämen, wenn man Bekannte vom Zug abhole. Sie kritisiert auch den alten Kinokomplex, wobei dafür die Stadt, nicht die Bahn zuständig sei, und ist "gespannt, wann sich dort etwas tut".

Vor allem auf der Facebook-Seite RP Mönchengladbach hagelte es Kritik. "Dann ist Rheydt Bahnhof bestimmt auf dem allerletzten Platz", schreibt eine Nutzerin. Sie fordert: "Abreißen und neu machen! Alles andere hilft nicht mehr." Eine Frau antwortet: "Dann wart ihr noch nie in Odenkirchen. So einen versifften Bahnhof habe ich noch nirgends gesehen." Der Einstieg sei grundsätzlich viel zu hoch, den Gang zum Gleis könne man nicht überstehen, ohne die Luft anzuhalten. Es stinke nach Urin und Schlimmerem. Andere Nutzer stimmen zu, zudem sei der Bahnhof nicht für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet. Dort wie auch in Rheydt gebe es nicht einmal Aufzüge. "Ich finde, dass man sich zuerst um den Rheydter Bahnhof kümmern sollte", heißt es in einem Post. Dagegen sehe der Gladbacher Hauptbahnhof gut aus und sei "einigermaßen behindertengerecht".

Doch auch für ihn gibt es reichlich Kritik und viele Änderungswünsche: "Rutschfeste Fliesen, die Modellbahnen im Glaskasten von früher, keinen Gestank, keine Schnorrer (der Einzige, der dich nicht anlabert, ist der Herr, der immer hinten sitzt und einfach nur liest). Irgendwie so wie vor 30 Jahren halt", schreibt eine Nutzerin. Die Ausrutschgefahr auf den glatten Fliesen, vor allem im Winter, ist ein großes Thema. "Die kleinen gelben Fliesen bröckeln, die neuen Fliesen sind ein Reinfall, weil sie viel zu glatt sind", schreibt eine Frau und fordert: "Es sollte was allgemein an dem Rauchverbot getan werden, da hält sich keiner dran. Mittlerweile wird selbst im Foyer geraucht. Es stinkt überall und es ist mehr als dreckig." Die Sanierung sei überfällig, schreibt ein Mann und wirft der Politik vor, zu wenig Druck auf die Bahn AG ausgeübt zu haben.

Der Gang zu den Gleisen müsse saniert, die Bahnsteige sollten neu gebaut werden, fordert ein Leser. "Die Dachkonstruktion über den Gleisen könnten auch eine Reinigung vertragen. Der Bahnhof sieht eher aus wie Dritte Welt." Eine Leserin wünscht sich: "Es sollte heller und sauberer sein. Als Frau hab' ich echt Angst manchmal. Da bin ich froh, wenn ich durch den Bahnhof und wieder draußen bin." Eine andere schreibt: "Einen Putzschwamm haben die Fliesen im hinteren Durchgang oder das Dach über den Gleisen leider nie gesehen. Durch die undichten Stellen wird's leider auch nicht besser. Türen wären auch ganz nett. Und dieses hässliche Netz in der Haupthalle ist ebenfalls eine Zumutung. Aber vor allem wäre es toll, mal eine Renovierung abgeschlossen zu sehen."

Außer Sauberkeit bewegt das Thema Sicherheit besonders. Gefordert wird eine sichere Behindertentoilette, "wo nicht geraucht, getrunken und gespitzt wird. Allgemein, eine bessere Security". Oder: "Mehr Licht und Sicherheit. Mehr Geschäfte und Cafés. Einfach mal sich an anderen schönen Bahnhöfen orientieren", empfiehlt eine Nutzerin der Deutschen Bahn AG für die geplante Sanierung.

Quelle: RP
 
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