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Mönchengladbach
Monro-Ranch - es fehlt an allem

Mönchengladbach: Monro-Ranch - es fehlt an allem
"Little Man" Benno lässt sich gern von Roman Kremers, Jürgen Schöttler und Angelika Worgan verwöhnen. Das Pony ist nicht nur superlieb, sondern auch clever. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Im September 2013 starb Monika Kremers. Sie hinterließ ihrem Mann Roman den Gnadenhof in Merreter mit mehr als 100 Tieren. Den muss er nun allein bewirtschaften. Das schafft er nur mit der großartigen Hilfe von Ehrenamtlichen. Von Inge Schnettler

Das Pfauenpärchen sonnt sich genüsslich auf dem Dach des Schweinestalls. Die Pferde verlassen ihre Boxen und traben fröhlich auf die Weide. Die Ponys und Esel Lucky Luke hinterher. Pony Benno, der aussieht wie der "Little Man" aus der Werbung, schmeißt sich rücklings auf der Wiese, wälzt sich hin und her und strampelt mit allen Vieren. Annabelle, die Kuh brüllt empört aus ihrer Box - sie will auch raus an die frische Luft. Die Gänse laufen hintereinander her und schnattern vernehmlich, und Emma, die umfangreiche Bullterrier-Dame, hat etwas Übelriechendes entdeckt und rollt sich mit Begeisterung hinein. Die Welt ist schön auf der Monro-Ranch. Besonders schön, wenn die Sonne scheint - wie gestern.

Aber eigentlich ist gar nichts mehr so richtig schön, seit dem Tod von Monika Kremers vor zweieinhalb Jahren. Sie war die unermüdliche treibende Kraft auf der Ranch am Rand der Stadt. Sie wusste die Tiere und die Menschen zu nehmen. Ihre Kommandos wurden gehört und umgesetzt. Sie entwickelte unentwegt pfiffige Ideen, deren Umsetzung Geld reinbrachte, Geld das umgehend den Tieren auf der Ranch zugutekam. Monika Kremers sorgte dafür, dass sich Paten fanden für die Schweine, Alpakas, Emus, Ziegen, Schafe, Pferde, Ponys. Sie war die Stimme des Gnadenhofs. Manchmal unbequem, immer ehrlich und direkt.

Die neugierigen Gänse folgen Roman Kremers auf Schritt und Tritt. Bloß nichts verpassen, lautet die Devise. FOTO: Jörg Knappe

Roman Kremers ist anders, er war immer der Ruhige, der, den Monika Kremers anfeuerte, damit es lief auf der Ranch. Jetzt feuert ihn niemand mehr an. Er ist vor einiger Zeit im Krankenhaus gewesen, nachdem er zusammengeklappt war. Mit schwerem Schritt geht er übers Gelände, sein Atem geht rasselnd. "Ich will hierbleiben, das ist mein Zuhause", sagt der 65-Jährige. Aber seine Kraft hat nachgelassen, er kann nicht mehr so wie früher. Roman Kremers baut auf die ehrenamtlichen Helfer, die die Hauptarbeit auf der Ranch übernommen haben.

Angelika Worgan ist jeden Tag da. Sie kennt jedes Tier, jedes Tier kennt sie. Wenn sie die Trudi und Gerti begrüßt, wedeln die beiden kleinen Schweinchen wie wild mit den Ringelschwänzen und hüpfen vor Vergnügen auf der Stelle. Die dicke Emma weicht ihr kaum von der Seite, und die Alpakas kommen an den Zaun ihres Geheges gestürmt, sobald sie die Tierfreundin erblicken. Angelika Worgan und ihre beiden ehrenamtlichen Kollegen misten aus, füttern die Tiere, kümmern sich um die Sauberkeit auf dem Hof. Jürgen Schöttler entlastet Roman Kremers, indem er dreimal in der Woche Grünfutter in den umliegenden Discountern holt. Und samstags beliefert er die Ranch mit Heu und Stroh. "Ich helfe gern, soweit es meine Zeit zuläßt."

Trotzdem: "Es fehlt wie immer an allem", sagt Roman Kremers." Das heißt, es ist zu wenig Geld da, und es werden weitere Helfer gebraucht. So zum Beispiel jemand, der zweimal in der Woche jeweils zwei Stunden zum Ausmisten kommt. "Der bekommt auch ein kleines Geld dafür", sagt Jürgen Schöttler. Möglicherweise muss sich die Ranch von einigen Tieren trennen - aus Kostengründen. Futter, Heu und Stroh, der Tierarzt, der Hufschmied - alles muss bezahlt werden. Die Zäune müssen repariert werden - das kostet und erfordert helfende Hände. Ein Sommerfest ist geplant - damit Geld reinkommt. Paten werden gesucht - damit es den Tieren gut geht.

Emma und ihre Hunde-Kumpels, der blinde Arwen, die hübsche Sissi und der freche Pinchi haben ihre Plätze in der Sonne eingenommen. Auf dicken Hundekissen liegen sie und lassen es sich gut gehen.

www.monroranch.com

Quelle: RP
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