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Blitzmarathon 2015 in Mönchengladbach
Motorradfahrer fährt zu schnell und flüchtet

So läuft der Blitzmarathon 2015 in Mönchengladbach
So läuft der Blitzmarathon 2015 in Mönchengladbach FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Im Rahmen des Blitzmarathons erwischte die Polizei in Mönchengladbach bis zum Mittag etwa 90 Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren. Die meisten von ihnen zeigten sich einsichtig - aber nicht alle. Ein Motorradfahrer flüchtete, als er die Beamten sah. Von Laura Sandgathe

Frank Griechen von der Gladbacher Polizei winkt an der Viersener Straße eine junge Frau heraus. Sie ist mit ihrem Wagen 14 km/h zu schnell gefahren. "Ich muss wirklich schnell zur Arbeit", sagt die 33-Jährige aus Lobberich. Sie wusste vom Blitzmarathon und ärgert sich, dass sie zu schnell gefahren ist. "Ich finde den Blitzmarathon gut und bemühe mich immer, die Geschwindigkeit einzuhalten. Aber wenn ich im Stress bin, achte ich doch manchmal nicht auf die Geschwindigkeit", sagt sie.

Ohne Protest zahlt die Frau das Verwarngeld. Ein Motorradfahrer wollte sich dieses Geld offenbar sparen: Als er gegen 9 Uhr am Morgen an der Lüpertzender Straße den Polizisten sieht, der ihn mit der Kelle an den Straßenrand winkt, gibt er Gas und flüchtet. "Der bekommt jetzt Post von uns", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. Über das Kennzeichen des Motorrades wird der Halter ermittelt. Der Motorradfahrer muss nun nicht nur das Verwarngeld für zu schnelles Fahren bezahlen, sondern zusätzlich ein Bußgeld, weil er sich der Polizeikontrolle entzogen hat.

Überblick:

An welchen Straßen die Polizei beim Blitzmarathon kontrolliert, lesen Sie in der Infostrecke.

Insgesamt verlief der Blitzmarathon in Mönchengladbach ruhig. Eine erste Bilanz zog Achim Hendrix von der Verkehrswacht gegen 11 Uhr: "Bislang haben wir 3400 Fahrer kontrolliert. Davon waren 90 zu schnell", sagt er. Einen echten "Raser" hat die Polizei nicht erwischt. "Die Geschwindigkeitsverstöße befanden sich alle im Rahmen eines Verwarngeldes", sagt Hendrix. "Spitzenreiter" war bis zum Mittag eine Frau, die mit 42 statt den erlaubten 30 Stundenkilometern gemessen wurde. Die Bilanz des letzten Blitzmarathons im September 2014 fiel ähnlich aus. In 24 Stunden erwischte die Polizei damals 160 Fahrer, die zu schnell fuhren.

Hendrix ist mit der Bilanz zufrieden. Er hofft, dass der Blitzmarathon langfristig ein Erfolg ist. "Uns geht es nicht darum, heute besonders viele Raser zu erwischen", sagt er. "Wir wollen Präsenz zeigen. Die Leute sollen merken, dass wir das Thema zu schnelles Fahren ernst nehmen. Autofahrer müssen jederzeit damit rechnen, dass wir die Geschwindigkeit kontrollieren - nicht nur am Tag des Blitzmarathons." 

Die Polizei kontrolliert an der Viersener Straße: Hier geht es zum Video.

Günter Eckardt aus Hardt ist bei der Messung an der Viersener Straße dabei. Der 76-Jährige hat bei der Abstimmung der Messstandorte mitgemacht. Obwohl er für die Vorster Straße abgestimmt hat, unterstützt er heute die Beamten an der Viersener Straße. "Ich finde, der Blitzmarathon ist eine gute Sache", sagt er. Allerdings glaubt er, dass viele Autofahrer nur deshalb langsam fahren, weil sie wissen, dass verstärkt geblitzt wird. "Schon 30 oder 40 Meter hinter der Kontrollstelle geben doch viele wieder Gas", glaubt Eckardt.

Insgesamt messen die Beamten an der Viersener Straße vier Geschwindigkeitsüberschreitungen in rund anderthalb Stunden. Bei den Kontrollen ahnden die Polizisten nicht nur zu schnelles Fahren: Ein Mann war nicht angeschnallt, ein anderer telefonierte mit dem Handy. Dann winken sie eine Autofahrerin heraus. Erschrocken kurbelt die Frau das Autofenster herunter: "Habe ich etwas falsch gemacht?", fragt sie. "Nein, Sie haben alles richtig gemacht", sagt Griechen. "Sie sind genau 50 km/h gefahren. Perfekt!"

(lsa)
 
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