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Mönchengladbach
Mozart, Grieg und Prokofiev vom Feinsten

Mönchengladbach: Mozart, Grieg und Prokofiev vom Feinsten
Franziska Pietsch und Detlef Eisinger beeindruckten mit ihrem Konzert in der Hauptkirche. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Franziska Pietsch (Violine) und Detlef Eisinger (Klavier) lieferten in der Rheydter Hauptkirche ein kraftraubendes Konzert ab. Die Zuhörer waren begeistert. Am 16. Juli geht der Rheydter Musiksommer in die dritte Runde. Von Gert Holtmeyer

Es war ein anspruchsvolles Kammerkonzert, das am zweiten Abend des Rheydter Musiksommers geboten wurde. Mit Mozart und Grieg, vor allem aber mit Prokofiev machten es Franziska Pietsch (Violine) und Detlef Eisinger (Klavier) in der Hauptkirche weder dem konzentriert zuhörenden Publikum noch sich selbst leicht. Aber die beiden Künstler kannten keine Probleme, musizierten äußerst engagiert und sichtlich mit Freude, und sie fanden ein anerkennendes, dankbares Publikum.

Mozarts B-Dur Sonate KV 454 erklang in einer frischen, unverbrauchten Wiedergabe. Flüssig und schlackenlos wurden die schnellen Sätze wiedergegeben, sensibel das Andante. Schon hier deutete sich an, was erst recht bei Prokofiev und Grieg zu hören war. Franziska Pietsch verfügt nicht nur über eine souveräne Technik. Auf ihrer Testore-Violine aus dem Jahre 1751 spielt sie mit einem beachtlich großen, kraftvollen Ton. Bezaubernd gelingen ihr Kantilenen. Detlef Eisinger, technisch ebenfalls über den Anforderungen stehend, erwies sich als kompetenter Partner am Klavier. Intelligent variierte er zwischen Begleitung und Führung. Geschmackvoll gelangen beiden Musikern die Überleitungen. Sergei Prokofievs Sonate f-moll op. 80 bot noch mehr Gelegenheit, kraftvolle Tonqualität und Virtuosität zu demonstrieren. Furios ging es im Schluss-Satz zur Sache. Das weiche, lyrische Element kam, auch unter Einsatz des Dämpfers, vor allem in Prokofievs "Fünf melodien op. 35" zum Zuge. Erfolgreich widerstanden beide Künstler der Gefahr, über dem Leisen und Zarten die Spannung zu vernachlässigen. Betont kraftvoll und virtuos ging es dann wieder in Edvard Griegs zweiter Violin-Sonate in G-Dur zu. Man mag einwenden, dass das in dieser Musik auch enthaltene grüblerische Element gelegentlich etwas zu kurz kam. Anderseits - eine packende, mitreißende Aufführung war es allemal.

Begeistert erkannten die Zuhörer die Leistungen des Duos an und spendeten langen, herzlichen Beifall. Obwohl die in Berlin aufgewachsene Franziska Pietsch und der in München geborene Detlef Eisinger ein kraftraubendes Konzert hinter sich hatten, bedankten sie sich mit einer Zugabe. Beendet wurde der beeindruckende Abend mit einem Bonbon aus dem musikalischen Salon, mit Edward Elgars herrlich zuckersüß gespieltem Salut d'amour.

Das nächste Konzert im Rheydter Musiksommer ist am 16. Juli um 19.30 Uhr. Dann heißt es "Virtuose Querflöte" mit Klaus-Peter Riemer (Flöte) und Miyuki Brummer (Klavier).

Quelle: RP
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