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Mönchengladbach
Mülleimer-Verfehlen ist nicht cool

Mönchengladbach: Mülleimer-Verfehlen ist nicht cool
Kreative Realschüler machen beim Wettbewerb zu "Clean ist cool" mit: Andrea Falkenroth mit ihren Sechstklässlern. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Beinahe 140 Schüler machen beim Kreativwettbewerb des Umweltprojekts "Clean ist cool" mit. Von Holger Hintzen

Ein Schüler steht gleich neben einem Mülleimer - und spuckt sein Kaugummi trotzdem auf den Boden. Hannah hat's mit eigenen Augen gesehen. "Das hat der entweder extra gemacht, oder der war zu doof zum Treffen", meint die Sechstklässlerin der Geschwister-Scholl-Realschule. Vielleicht wird es künftig dort an den Mülleimern mehr Treffer geben. Denn die Klasse von Hannah hat bei "Clean ist cool" mitgemacht. Bei diesem Gemeinschaftsprojekt von Rheinischer Post, Sparkasse, der Stadtreinigungsgesellschaft GEM und der Initiative Clean Up MG geht es immer um das Thema Müllvermeidung.

Hannah und ihre Klassenkameraden haben Schilder gemalt, die an den Müllereimern der Schule aufgehängt werden. "Fütter mich" oder "Treffen!" steht darauf - damit zumindest niemand mehr sagen kann, er wisse nicht, dass die Mülleimer nicht nur Dekoration herumstehen. Die Eimer-Schilder sind nur ein Ergebnis des Nachdenkens über Müllvermeidung. Die Klasse 6 hat mit ihrer Lehrerin Andrea Falkenroth am Kreativwettbewerb von "Clean ist cool" teilgenommen und auch Videos gedreht. Denn Filmen oder eine Foto-Dokumentation über Müllvermeidung erstellen - das war in dieser 13. Runde des Projekts die Aufgabe für die Wettbewerbsteilnehmer. Und immerhin gut 140 Schüler haben mitgemacht.

An den Start gingen auch Teams der Bischöflichen Marienschule, des Franz-Meyers-Gymnasiums, der Heinrich-Lersch-Hauptschule, des Gymnasiums Rheindahlen und des Stiftisch-Humanistischen Gymnasiums. Zu gewinnen gibt es Geld für die Klassenkasse. Das ist allerdings nur der materielle Gewinn. Hinzu kommt auch Erkenntnisgewinn. Warum werfen Schüler mitunter Müll auf dem Boden, obwohl ein Abfalleimer in nächster Nähe steht? "Ich glaub', weil die cool sein wollen", überlegt Hannahs Klassenkamerad Justus.

Und fügt hinzu: "Das ist aber gar nicht cool." Nachdenklich machte auch das im Video festgehaltene Experiment, im Supermarkt Fleisch und Käse unverpackt zu kaufen und in einer mitgebrachten Schüssel nach Hause zu tragen. Das spart Verpackungsmüll. Aber klappt wohl nicht mit allen Lebensmitteln. Wenn die schon verpackt im Ladenregal stehen, hilft auch die Schüssel eigentlich nichts. "Denn die Verpackung ist ja schon da", sagt Max.

Eindeutig fiel jedoch das Ergebnis eines zweiten Experiments aus: Kochen aus Resten, die sich in Kühlschrank und Speisekammer finden. Kartoffelsalat und Nudelauflauf haben die Sechstklässler daraus gezaubert. Einhellige Meinung: Das spart Abfall, weil weniger weggeworfen wird - und ist lecker obendrein.

Quelle: RP
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