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Mönchengladbach
Museum kauft ein Bild von Monika Baer

Mönchengladbach: Museum kauft ein Bild von Monika Baer
180 Zentimeter hoch, 140 Zentimeter breit: Monika Baers Gemälde "murals" ist 2013 entstanden. Noch bis zum 12. Juni ist es in der Ausstellung "Große Spritztour" im Museum Abteiberg zu sehen. Dann wandert die Präsentation weiter nach Hannover. Aber danach kehrt das Bild zurück nach Mönchengladbach. Denn hier gehört es hin. Dem Museum ist es mit Hilfe einer großzügigen Landesförderung gelungen, das Gemälde zu kaufen. FOTO: Jens Ziehe
Mönchengladbach. Es ist ein Glücksfall, sagt Susanne Titz. Die Direktorin des Museums Abteiberg konnte mit Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen das Gemälde "murals" erwerben. Ein Bild, das ganz viele - auch unterschiedliche - Assoziationen weckt. Von Inge Schnettler

Es wird Emotionen schüren - so oder so. Das Bild "murals", das Monika Baer 2013 malte und das in der aktuellen Ausstellung "Große Spritztour" im Museum Abteiberg zu sehen ist, bleibt. Es wird nach dem Ende der Präsentation (am 12. Juni) wie die anderen Bilder der Ausstellung zwar zunächst nach Hannover gehen, wo die Präsentation auch gezeigt wird. Anschließend aber wird es zurückkehren. Denn das Museum hat das Kunstwerk mit Hilfe des Landes NRW erwerben können. "Das Land hat mehr als die Hälfte des Preises übernommen", sagt Susanne Titz. Die Museumsdirektorin ist glücklich über den Verbleib des 180 Zentimeter hohen und 140 Zentimeter breiten Bildes. "Die rosa-beige-farbenen Flecken auf grauer Fläche dringen heraus wie aus einer offenen Wunde des Monochromen, in der Illusion von Mauerwerk, Fleisch und Haut beziehungsweise Make-up."

Diese Sichtweise hat sie mit der Künstlerin diskutiert. Die fand's gut. Lässt aber durchaus auch andere Interpretationen und Gedanken zu. Wer also angesichts der heiteren Farbgebung und der wolkigen Lockerheit des Hintergrundes etwa an die eigene intensive Rosé-Phase erinnert wird, die ausgetobt werden musste mit allem möglichen Schnickschnack, Hauptsache pink, liegt nicht verkehrt. Und wer neben dem Mauerfragment, das undiskutierbar da ist, Leberkäse, Fleisch und eine Scheibe Wurst erkennen mag - nur zu. Emotionen sind nicht nur zugelassen, sie sind erwünscht und tun der Seele gut.

Susanne Titz fühlt sich angesichts der pastosen, rissigen Flecken, die der rechten Bildkante zuzudriften scheinen, an Porträts alter Meister erinnert. "Die Art, menschliche Haut zu malen - etwa von Künstlern aus dem Rembrandt-Umkreis - hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Farbflecken, die Monika Baer auf die Leinwand gebracht hat." Was wiederum Assoziationen weckt an Vergänglichkeit und Tod. Was wiederum das Gegenteil ist von luftig-leichter pinker Phase und Fleischeslust. Irritierungen sind nichts Ungewöhnliches bei der Betrachtung von Kunst. Widersprechende Deutungen auch nicht. Und die Künstlerin? Sie bezeichnet ihr Gemälde als Austragungsorte, als Bühne. Monika Baer lässt jede Sichtweise ihrer Bilder zu.

Die Direktorin des Museums Abteiberg ist froh, dass sie gemeinsam mit der Kestnergesellschaft Hannover die Ausstellung "Große Spritztour" konzipieren und realisieren konnte. "Ein Glücksfall", sagt sie. Und sie verrät, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass das Museum Abteiberg im kommenden Jahr ein weiteres Gemälde von Monika Baer erwerben wird. Dann soll es eines der Bilder aus der "Alkohol-Serie" sein, die im Zentrum der derzeitigen Ausstellung steht. Daumen drücken, dass es klappt.

Quelle: RP
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