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Mönchengladbach
Musik und Trödel im Gründerzeitviertel

Mönchengladbach: Musik und Trödel im Gründerzeitviertel
Die elfjährige Jennifer verkaufte an ihrem Stand Barbies und Zubehör. FOTO: Knappe
Mönchengladbach. Zur Kulturfreiheit von Lumick-Musik gab es jede Menge HipHop und Rap auf dem Schillerplatz. An der Kaiserstraße trafen sich Anwohner zum Trödelmarkt. Bei Nieselregen und grauen Wolken kamen allerdings nur wenige. Von Angela Wilms-Adrians

Bei den "Young Talents 2017" in der Nachbarstadt Viersen belegten die beiden Rapper der Formation "Impulsiv" den dritten Platz. Beim Band-Contest Kulturfreiheit auf dem Schillerplatz starten sie als erste. Da ist die Besuchermenge noch recht überschaubar, und das soll dann leider auch so bleiben. Dabei hatten Lukas Funken und seine Mitstreiter gehofft, im zweiten Durchgang der Kulturfreiheit die Zahl von etwa 500 Besuchern aus dem Vorjahr knacken zu können. Doch dem Wunsch stehen immer wiederkehrende Regenfälle und ein anhaltend grauer Himmel entgegen. Funken und sein Team ziehen das Finale des Band-Contests aber doch unverdrossen durch.

Die Auswahl im Vorfeld war handverlesen, denn der junge Musikproduzent und Student des Fachs "Mastering Engeneer" wählt Bewerber nicht nach fertigen Tonträgern aus. Er besucht sie und nimmt mit ihnen Songs auf, um dem Nachwuchs der Szene teure Produktionskosten zu ersparen. Beim Finale der "kulturfreien Bands" treten zwölf Kandidaten an, darunter die Gladbacher "Monkey Musik", "Stevo" sowie "Lumick and Friends". Als Headliner reist die Band "Architekt" aus Berlin an. Außer Konkurrenz singt die 21-jährige Anna-Lena zur Gitarre. Sie ist Singer/ Songwriterin mit autobiografischen Liedtexten zum Deutsch-Pop. Für die Autodidaktin aus Willich ist es der zweite öffentliche Auftritt. Funken hat mit ihr bereits einen Titel aufgenommen, und DJ Ciban Demirci den Kontakt vermittelt. Beim Wettstreit im Gründerzeitviertel ist der DJ stark gefragt. Der Student der Hochschule Niederrhein legt auf, macht mit Funken Musik und improvisiert bei denen, die ohne DJ starten. "Das ist kein extra Support, sondern gang und gäbe", stellt er engagiert und doch gelassen fest.

Beim Band-Contest auf dem Schillerplatz hätten sich die Organisatoren gerne mehr Zuhörer gewünscht. Doch das Wetter spielte nicht mit. FOTO: Knappe Jörg

Beim Trödelmarkt an der Ecke Sittard- und Kaiserstraße ist es ebenfalls ruhiger als erhofft. Julia Schienke bietet zum Aufwärmen eine garantiert vegane Tomaten-Kokos-Suppe in der Gulaschkanone an. Jeder kann nach Belieben mit Kräutern nachwürzen und dazu ein Limetten-Knofi-Brot essen. "Schön ist doch vor allem das Zusammensein", sagt Schienke, die bei der Kulturküche arbeitet und nun froh ist, für die Nachbarschaft kochen zu können. Denn das Miteinander ist das eigentliche Anliegen der Initiatoren, die sich im Sinne des Gründerzeitviertels um den kleinen Platz an der Kaiserstraße kümmern. Die Einnahmen des Tages, gewonnen aus dem Verkauf einer Lavendellimo und den Standgebühren für die Trödelstände, sollen auch wieder dem "Nachbarschaftsplatz" zukommen. Unter die privaten Verkäufer hat sich die elfjährige Jennifer gemischt. Liebevoll hat sie auf einem mitgebrachten Teewagen Barbies, buntes Spielzeug, Ponys und Zubehör aufgebaut. Für den Barbie-Spielplatz hätte sie gerne drei Euro, für das Barbie-Bett fünf, doch die meisten Preise entscheidet sie spontan. "Wir haben die Gelegenheit genutzt. Schließlich wohnen wir gegenüber", sagt Mutter Wilma Faulzeit. Dieser persönliche Bezug ist ganz im Sinne von Mitorganisator Stefan Sturm, der mit seinem neunjährigen Sohn Luke gekommen ist. Er stellt fest: "Wir wollten keine kommerziellen Stände. Es ist doch viel charmanter, wenn etwas von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft kommt. Das entspricht dem Slogan vom Viertel für das Viertel."

Quelle: RP
 
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