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Serie Gladbacher Lesebuch (6)
Nach der Arbeit in der Fabrik traf man sich vor dem Fahrradladen

Serie Gladbacher Lesebuch (6): Nach der Arbeit in der Fabrik traf man sich vor dem Fahrradladen
Fast in jeder Beller Familie gab es jemanden, der in der Mülforter Zeugdruckerei arbeitete. Der Schornstein war von weither sichtbar. FOTO: Stadtarchiv
Vieles Alte an der Bell wurde aufgelöst: die Mülforter Zeugdruckerei, die Textilfabrik Keller an der Ecke Kochschulstraße/Duvenstraße, die Firma Herling an der Duvenstraße, die Firma Küppers & Junkers Am Bellerbach und die Buchdruckerei Altgott an der Bellerstraße. Im Falle der Mülforter Zeugdruckerei gab es in fast jeder Beller Familie einen Verwandten oder guten Bekannten, der dort arbeitete, und so konnte manches weiße Bettlaken in einen schönen blumigen Kleiderstoff verwandelt werden. Von Heinz Willi Kleinen

Dann kam das Fernsehen auch in die Honschaft Bell. Geld, sich so ein Gerät zu kaufen, hatten die wenigsten. Doch das Fahrradgeschäft Wego an der Mülgaustraße stellte, zum Beispiel bei einer Fußballübertragung, so ein Wunderding ins Schaufenster. Ich war dann schon eine halbe Stunde vor Beginn auf der Straße und schaute auf das Testbild. Die Straße vor dem Schaufenster war voller Menschen, auch bei Regenwetter. Jetzt wurde gespart, und man konnte von Monat zu Monat sehen, dass es vor dem Schaufenster bei Wego immer einsamer wurde. Ich will nicht klagen, es wurde auch viel Neues und Schönes geschaffen. So der Bellermühle Park und die Tennisanlagen. Auf den Geländen der abgebrochenen Fabriken entstanden neue Häuser und auf dem Gelände der ehemalige Mülforter tut sich auch etwas. Mein Fazit: Die Honschaft Bell ist schöner geworden, und ich bin stolz darauf.

Quelle: RP
 
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