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Mönchengladbach
Nach neun Innings gibt's den Siegerpokal

Mönchengladbach: Nach neun Innings gibt's den Siegerpokal
Den Baseball im richtigen Moment zu treffen und in das Spielfeld zu schlagen, ist gar nicht mal so einfach. Darum haben die Schüler bereits seit den Osterferien einmal wöchentlich für das Spiel trainiert. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Ein Baseball-Spiel zwischen zwei Schulmannschaften sieht man in Mönchengladbach nicht alle Tage. Diese Woche trafen auf dem Gelände der Blackcaps die Gesamtschule Rheydt-Mülfort und die Realschule an der Niers aufeinander. Von Marei Vittinghoff

Funda steht kerzengerade auf der Homebase des Baseballfeldes. Mit beiden Händen hält sie den Aluminium-Schläger in Richtung Himmel. Funda muss sich konzentrieren. Drei Versuche hat sie, den weißen Baseball, der ihr von einem Mitspieler zugeworfen wird, zu treffen und in das Spielfeld mit der ungefähren Form eines Pizzastücks zu schlagen. Vom Feldrand aus rufen ihr die Teamkollegen zu, klatschen, springen und jubeln. "Funda, Funda!", "Du schaffst das!" und "Mach den besten Schlag, den du je gemacht hast!", schallt es bis zu der 13-Jährigen. Jetzt kommt es darauf an. Fundas Mitschüler holt aus und wirft den Ball in hohem Bogen zu ihr. Der Spielzug klappt: Funda trifft den Ball, wirft den Schläger sofort weg und sprintet, so schnell sie nur kann, zur ersten Base.

Die 13-jährige Funda ist eine von insgesamt 15 Schülern der Gesamtschule Rheydt-Mülfort, die seit den Osterferien jeden Mittwochnachmittag mit Lehrerin Andrea Deckert und Lehrer Bastian Seitz das US-amerikanische Schlagballspiel trainieren. Die Sportart wurde zunächst nur im Unterricht geübt, in einem Auswahlturnier zwischen den siebten Klassen kristallisierte sich jedoch schnell ein Team aus Sportlern heraus, die gar nicht genug vom Laufen, Schlagen und Werfen bekommen konnten. Nun konnte sich das frisch gegründete Team am Mittwoch mit der Mannschaft der benachbarten Realschule an der Niers auf dem Trainingsgelände der Blackcaps messen. Das Baseball-Team hatte dem potenziellen Nachwuchs sein Spielfeld, das Material sowie mehrere Schiedsrichter zur Verfügung gestellt. "Das Coole am Baseball ist, dass alle komplett bei Null anfangen", sagt Sportlehrerin Deckert, während sie mit ihren Kollegen notiert, ob es ein Spieler sicher wieder zur Homebase geschafft hat (Run), oder durch eine von vielen komplexen Spielsituationen zum Ausscheiden gezwungen wird (Out). "Damit ein Spiel zustande kommt, haben wir die Regeln natürlich schulmäßig abgespeckt", erklärt Deckert, der Blick immer auf das Spielfeld gerichtet. "So macht es einfach Spaß und die Schüler sind heiß darauf zu spielen".

Funda hat es inzwischen zur zweiten Base auf dem Spielfeld geschafft, auf das mit voller Wucht die Sonne prallt. Noch hat keiner der Realschüler, die mit ihren blauen Trikots und den typischen braunen Lederhandschuhen über das Feld verteilt sind, es geschafft, sie ins Aus zu bringen. "Lauf, lauf, lauf!" ist nun von den Mitschülern zu hören. "Manchmal ist es schwer, an sich selbst zu glauben, aber wenn die anderen mich anfeuern, gibt das immer neue Motivation", sagt Funda. Blitzschnell rennt sie weiter und kommt schließlich rechtzeitig auf der Homebase zum Stehen. Lehrerin Deckert notiert ein "R" für "Run" für sie in der Tabelle.

Nach neun Spielabschnitten, so genannten Innings, ist das Spiel vorbei. Die Gesamtschule Rheydt-Mülfort hat mit 20 "Runs" gewonnen und feiert den Sieg mit einem gemeinsamen Handschlag. Zur Erinnerung an den Sieg gibt es einen kleinen, goldenen Baseballspieler als Pokal, der stolz von Schüler zu Schüler gereicht wird. "Vielleicht wollen wir das Spiel jetzt institutionalisieren", sagt Deckert. Und Funda ist sich sicher: "Ich will auf jeden Fall weiter Baseball spielen".

Quelle: RP
 
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