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Mönchengladbach
Nach Tierheim-Zoff: Kritik wächst

Mönchengladbach. Zu Kurze Öffnungszeiten, schwierige Kontaktaufnahme, schlechte Internetpräsenz: Nachdem der Tierheim-Streit am Hülserkamp eskalierte, melden sich nun Tierfreunde zu Wort. Alternativen, um diese Streitpunkte zu lösen, gibt es. Das zeigen andere Tierheime in der Region. Von Sebastian Radermacher

Das Tierheim am Hülserkamp sorgt zurzeit für viel Furore. Nachdem der Streit bei der jüngsten Mitgliederversammlung eskalierte und die Vorsitzende des Trägervereins "Tierschutz Mönchengladbach", Charlotte Kaufmann, Vorstandsmitglied Bodo Venten aus dem Verein geworfen hatte (die RP berichtete), äußern sich im Internet nun viele Leser zum Thema Tierheim.

Einer von ihnen ist Lars Klapproth. Er hatte im August 2008 einen Hund im Heim am Hülserkamp gekauft – für ihn ein Akt mit vielen Ärgernissen. Sein Hund bekam keine zweite Impfung vom Tierheim, bevor er das Tier mit nach Hause nahm. Der Tierarzt stellte später eine Bisswunde fest, außerdem musste Klapproth sein Tier gegen Tollwut erneut impfen lassen. Vor dem Kauf war es für Klapproth besonders schwierig, die Tiere im Heim zu sehen und abzuholen. "Die Öffnungszeiten sind ein großes Problem – Berufstätige haben eigentlich keine Chance, sich die Tiere anzusehen", sagt Klapproth.

Kontaktaufnahme poblematisch

Geöffnet hat das Tierheim dienstags bis sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr. Das möchte Klapproth aber nicht so recht glauben. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Öffnungszeiten auf der Internetseite noch aktuell sind", behauptet er und fügt an: "Die Möglichkeiten, mit dem Tierheim in Kontakt zu treten, gerade auch über das Internet, sind einfach schlecht."

Alternativen, um diese Probleme – zum Beispiel die schwierige Kontaktaufnahme – zu lösen, gibt es. Das zeigen andere Tierheime in der Region. Hier einige Beispiele:

Krefeld Das Tierheim hat auch begrenzte Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr), bietet interessierten Kunden aber einen hilfreichen Service an: An den Öffnungstagen gibt es zwischen 10 und 13 Uhr telefonische Sprechzeiten. Ein guter Schachzug, zumal längere Öffnungszeiten mit zwei Vollzeit- und drei Teilzeitkräften nicht zu stemmen sind. Ein Tier-Rettungsdienst ist für Notfälle 24 Stunden erreichbar. Der Tierschutzverein hat derzeit rund 600 Mitglieder – Tendenz sinkend. Der Jahresbeitrag (20 Euro) ist eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle.

Willich Der Tierschutz in Willich läuft komplett über ehrenamtliche Mitglieder. "Der Verein setzt sich ausschließlich aus Privatpersonen zusammen, die eigene Pflegestellen für die Tiere zur Verfügung stellen", berichtet die Vorsitzende Nadine Joosten. Auch in Willich ist die Kontaktaufnahme zum Tierheim leicht: "Bei uns gibt es ein Handy, dass jeden Tag ein anderer Mitarbeiter mit sich führt. Somit sind wir immer erreichbar", betont Joosten. Termine könnten bei Interesse schnell und unkompliziert vereinbart werden. Zudem hat der Verein eine übersichtliche Internetseite. Dort ist jeden Monat ein neues "Tier des Monats" zu finden.

Nettetal Das Tierheim in Nettetal-Lobberich hat dienstags bis samstags geöffnet. An jedem Wochentag können Fundtiere abgegeben werden. Bei Anrufen außerhalb der Öffnungszeiten hilft es, eine Ansage auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen. Das Tierheim ruft zurück.

Quelle: RP
 
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