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Mönchengladbach
Neubauprojekt als Beispiel für beschleunigtes Verfahren

Mönchengladbach. Die "Wienenfeldgärten" kommen über ein städtebauliches Gebotsverfahren zustande - das soll modellhaft sein. Von Jan Schnettler

Es ist nicht das größte Neubaugebiet der Stadt - davon ist es sogar weit entfernt. Denn vordergründig entstehen "nur" vier Mehrfamilienhäuser mit 19 Wohnungen und 36 Tiefgaragenplätzen. Dennoch sind die "Wienenfeldgärten" an der Ecke Wienenfeld-/Karl-Fegers-Straße ein besonderes Projekt, auf das das ausführende Architekturbüro Wechselberger-Hiepen nun erstmals dezidiert hinweist. Bebaut wird nämlich die 4000 Quadratmeter große ehemalige Schulerweiterungsfläche der Geschwister-Scholl-Realschule.

Wie schon beim Verkauf des Areals der ehemaligen Hauptschule Regentenstraße kam bei dem Projekt in Waldhausen ein gegenüber dem herkömmlichen Bebauungsplanverfahren deutlich beschleunigtes Vorgehen zum Tragen. Im Rahmen eines Investorenwettbewerbs wurde das Grundstück verkauft, über den gleichzeitigen Abschluss eines städtebaulichen Vertrages lässt sich aber weiter Einfluss auf die Architektur nehmen. Die Stadt hat sich vorgenommen, künftig noch häufiger nach diesem System vorzugehen, um Bauprojekte schneller realisiert zu bekommen. Speziell bei nicht mehr benötigten städtischen Flächen ein gangbarer Weg.

Im Fall der Wienenfeldgärten hatte die EWMG Architekturbüros gebeten, ein Gesamtkonzept für das Areal zu schaffen, das die Stadtentwicklungs-Strategie MG+ ausgestaltet: Neues und Altes zu verbinden, Wohnraum für verschiedene Bedürfnisse zu schaffen und dabei neue Architektur-Qualität zu realisieren. Der Entwurf von Katharina Wechselberger und Andreas Hiepen überzeugte die Jury am meisten.

"Wohnen in den Wienenfeldgärten" haben die beiden wie folgt definiert: als ein Viertel im Viertel, nah an der Stadt und doch grün, zeitgemäß und doch nicht uniform, bequem und doch ökologisch. "Wer versucht, das Verbindende in vermeintlichen Gegensätzen zu finden, schafft Neues, das doch vertraut ist", teilen die Architekten mit. Weißer Putz, Holzlamellen und Glas prägen das äußere Bild; in dem Karree gebe es außer privaten und öffentlichen auch halb öffentliche Räume, die den Bewohnern vorbehalten sind. Innovativ sei das ökologische Konzept: Das Photovoltaik-Mieterstrommodell sorge dafür, dass der selbst erzeugte Strom von den Bewohnern genutzt wird. Das Lüftungskonzept sorge gleichzeitig für Wärmerückgewinnung. Dachregenwasser versickere in einer Rohrrigole am Rande der Grünfläche.

Das Konzept ist auf Familien, aber auch auf Senioren ausgerichtet. Geplanter Baustart ist Ende 2017. Im Frühjahr 2019 soll alles fertig sein.

Quelle: RP
 
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