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Mönchengladbach
Neue Mieter für das Rathaus

Mönchengladbach: Neue Mieter für das Rathaus
Das Giesenkirchener Rathaus: Die Kreisbau soll es übernehmen und eine neue Idee umsetzen. Geplant sind der Einzug einer Begegnungsstätte und zwei Wohnungen im Obergeschoss. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Die Kreisbau AG soll das Giesenkirchener Rathaus umbauen und zwei dann neue Wohnungen vermieten. Das wollen CDU und SPD. Das Modell wäre auch für andere Bezirks-Rathäuser denkbar, wenn die Verwaltung sich neu strukturiert. Von Andreas Gruhn

So gut wie jeder Stadtteil, der mal eigenständig war, hat ein eigenes Rathaus. Genutzt werden sie oft auf ähnliche Weise von Bürgerservice und Bezirkspolizei. Für das Rathaus Giesenkirchen gibt es jetzt eine neue Idee, die die Kreisbau AG entwickeln und umsetzen soll: Das Gebäude soll so umgebaut werden, dass über dem Erdgeschoss mit Bezirksverwaltung, Bürgerservice und Polizei im ersten Obergeschoss die Erna-Borgs-Begegnungsstätte als Mieter einziehen kann. Außerdem sollen im derzeit ungenutzten zweiten Obergeschoss zwei Wohnungen entstehen und ebenfalls vermietet werden. Das hat der Planungs- und Bauausschuss in dieser Woche beschlossen. Gebäude und Grundstück werden der Kreisbau AG als städtischer Tochtergesellschaft in Generalpacht übertragen. Das bedeutet: Das Unternehmen muss den Umbau planen und durchführen und im Anschluss bewirtschaften, und die Einnahmen abzüglich der Kosten gehen zu 95 Prozent an die Stadt. Wesentlich vorangetrieben hatte das Projekt der Bezirksvorsteher des Stadtbezirkes Ost, Hermann-Josef Krichel-Mäurer (SPD). Damit die Erna-Borgs-Begegnungsstätte im ersten Obergeschoss einziehen kann, soll auf der Rückseite ein Aufzug gebaut werden. Für den gesamten Umbau sind bereits im Haushalt für dieses Jahr 250.000 Euro als Investitionen eingeplant. Die beteiligten Politiker - der Antrag kam von CDU und SPD - sind mit dem Beschluss zufrieden. "In der jetzigen Form ist das Rathaus Giesenkirchen zukunftssicher", sagt Volker Küppers, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtbezirk Ost. Und CDU-Politiker Frank Boss sagt: "Für uns war es immens wichtig, eine gute Lösung für das Rathaus Giesenkirchen zu finden. Der Ortskern wäre ohne das Rathaus nicht vorstellbar." Boss betont, mit den Bezirks-Rathäusern müsse man vorsichtig umgehen. "Sie haben immer eine ganze Menge mit der Historie des Ortes zu tun." Für die Kreisbau selbst handelt es sich indes um ein Gebäude, wie sie viele von der Stadt bewirtschaftet. Der Generalpachtvertrag umfasste im vergangenen Jahr im Schnitt rund 320 Einheiten (Wohnungen und Gewerbeeinheiten). Ungefähr fünf Mal so viel, nämlich 1500 Einheiten, hat sie in ihrem eigenen Bestand.

Das Giesenkirchener Rathaus (erbaut vor 120 Jahren) genießt Denkmalschutz. Gleiches gilt für die Rathäuser in Wickrath (in dem noch der Bürgerservice und die Polizei untergebracht sind), Neuwerk (Bürgerservice, Bezirksverwaltungsstelle Ost und Polizei), Waldhausen (dort sind Büros der Stadtverwaltung untergebracht) und Odenkirchen (Bürgerservice, Polizei, Heimatverein Odenkichen). Im Verwaltungsgebäude in Rheindahlen sind neben der Bezirksverwaltung und der Polizei auch Teile der Stadtverwaltung untergebracht, und in dem Plattenbau in Hardt arbeiten Bürgerservice und Polizei.

Aber in vielen der Gebäude ist Platz - und es könnte noch mehr Platz geben, wenn die Verwaltung auf Wunsch der GroKo ihre vielen kleinen Standorte weitgehend zusammenzieht. Dann wäre es auch an anderen Orten denkbar, leerstehende Räume zu vermieten. SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs spricht insofern vom "Giesenkirchener Modell": "Wir wollen den Bürgerservice vor Ort erhalten, müssen aber auch die Kosten senken. Und wenn man Mieter mit hineinholen will, dann ist es besser, wenn sich eine Gesellschaft wie die Kreisbau darum kümmert."

Quelle: RP
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