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Mönchengladbach
Neues Quartier für Wohnen und Freizeit

Mönchengladbach: Neues Quartier für Wohnen und Freizeit
Das brachliegende Areal der "City Ost" aus der Luft betrachtet. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Mit Interboden und Catella Project Management hat die Stadt ein Investorenteam mit Erfahrung für das Projekt "City Ost". Bagger sollen auf dem ehemaligen Bahnareal aber wohl erst in zwei Jahren anrollen. Von Denisa Richters und Dieter Weber

Ein großer See, ein neues Quartier, in dem junge Familien und Studenten ebenso wohnen wie Wohlhabende und ältere Menschen, dazu reichlich Grün - kaum vorstellbar, dass es auf der riesigen Brachfläche auf dem im Kernbereich 14 Hektar großen früheren Bahn-Areal nahe des Gladbacher Hauptbahnhofs mal so aussehen soll. Das aber sind die Pläne, die Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Stadtplanungsdezernent Gregor Bonin beim Projekt "City Ost" gemeinsam mit dem Investorenteam Interboden und Catella Project Management umsetzen wollen.

Details sollen bis September ausgearbeitet, auch ein emotionalerer Name für das Vorhaben soll gefunden sein. Dann geht es in die politischen Gremien. Bonin hofft, dass der Bebauungsplan in zwei Jahren rechtskräftig ist und die Bagger dort über die Möglichkeit frühzeitiger Baugenehmigungen früher loslegen können. "Unsere Stadt nimmt in vielen Bereichen an Fahrt auf", sagt Reiners. Neben einem deutlichen Anstieg bei den Geburten und einem spürbaren Anstieg der Einwohnerzahl "wird unsere Stadt auch bei den Investoren immer interessanter und damit auch zukunftssicherer". Mit "City Ost" als attraktivem Wohnquartier sollen auch viele Menschen von außerhalb sich für Mönchengladbach entscheiden.

(v.l.) Planungsdezernent Gregor Bonin, Robert Bambach (Interboden), Klaus Franken (Catella Project Management) und OB Hans Wilhelm Reiners. FOTO: D. Richters

Beide Investoren sind erfahren in der Entwicklung urbaner Quartiere, haben große Projekte in Düsseldorf und anderen Städten - viele davon, in Bahnhofsnähe. Catella entwickelt in der Landeshauptstadt die Quartiere "Living Circle" und "Grand Central", Interboden das "Le Flair" und in Dortmund ein Quartier am künstlichen Phoenix-See. "Ähnliche Ideen wollen wir hier in Mönchengladbach verwirklichen", sagt Robert Bambach von Interboden.

Zum Konzept gehören Vielfalt bei der Gebäudeform und -höhe, der Gestaltung der Fassaden und der Preissegemente, um eine möglichst unterschiedliche Bewohnerstruktur zu erreichen. "Ich muss in einem solchen urbanen Umfeld die gesamte städtische Gesellschaft abbilden", sagt Klaus Franken vom Catella Project Management. Diese Vielfalt sei auch für ein sicheres Investment wichtig. Ein Schwerpunkt bei dem Gladbacher Projekt sollen wegen der Nähe zum Vitusbad Sport, Freizeit und Gesundheit sein.

Bonin setzt das Projekt in Kontext mit den Vorhaben im Bereich Haus Westland, dem Reme-Gelände, am Abteiberg sowie auf dem Maria Hilf-Gelände, mit denen die Stadt ein anderes Bild bekommen werde. "Wir erhoffen uns mit den Partnern hervorragende Ergebnisse, die unsere Stadt an dieser exponierten Stelle als einer der wichtigsten Schwerpunkte in der Stadtentwicklungsstrategie der wachsenden Stadt nachhaltig mit neuen Akzenten prägen werden", ergänzt Bonin. Diese Aussage blieb auch gestern Nachmittag im Bau- und Planungsausschuss unwidersprochen. CDU und SPD lobten das Projekt und begrüßten das Joint Venture. Nur die Grünen hatten Einwände. Sie forderten, dass 40 Prozent der geplanten Wohneinheiten im geförderten und "preisgedämmten" Segment realisiert werden sollen. Diese Zielvorgabe gewährleiste ein gemischtes Quartier, das sich an unterschiedliche Bevölkerungsschichten richte. Bonin sah in der Reglementierung keinen Sinn, kritisierte den Begriff "preisgedämmt" als willkürlich und als nur schwer einzuordnen. Den Antrag lehnten die Ausschussmitglieder mit großer Mehrheit ab. Voraussichtlich im September wird das Vorhaben wieder Thema im Gremium: Dann soll über den Bauleitplan entschieden werden.

Quelle: RP
 
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