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Mönchengladbach
Neues Zuhause für 44 Menschen mit Behinderung

Mönchengladbach. Ein gelungenes Beispiel für erfolgreiche Inklusion sind die zwei Wohnhäuser Katharina und Luise. Inmitten einer Neubau-Wohnsiedlung in Mönchengladbach-Hardt stehen nun zwei Wohnhäuser des St. Josefhaus für Menschen mit Behinderung. Feierlich wurden die Häuser mit den Bewohnern, allen Helfern und Unterstützern eingeweiht. "Wir sind einfach unglaublich stolz darauf, dass wir nun endlich die zwei Häuser einweihen können. Es war unglaublich viel Arbeit in den letzten Jahren", sagt die Einrichtungsleiterin vom St. Josefhaus Dagmar Rudy. Von Lisa Tellers

In den letzten vier Jahren sind hier Wohnräume für 44 Menschen mit geistiger Behinderung, mehrfacher Behinderung oder autistischen Störungen entstanden. "Den Bewohnern geht es richtig gut hier. Viele wohnen schon seit Dezember 2015 in den Wohnhäusern und haben sich super eingelebt", sagt Rudy. Die Wohnhäuser sind für möglichst kleine Gruppen gestaltet, sodass jeder sein eigenes Schlafzimmer als Rückzugsort nutzen kann. Wie in einer Wohngemeinschaft üblich, gibt es auch Gemeinschaftsräume. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Bewohner zusammenpassen und miteinander harmonieren. Rund um die Uhr werden die Menschen mit Behinderung von mindestens genauso vielen Pflegern betreut und versorgt. "Wir schauen natürlich individuell, wo Unterstützung erforderlich ist, und da setzen wir in allen Lebensbereichen an. Zum Beispiel in der Pflege, bei der Zubereitung von Mahlzeiten oder bei anderen wiederum im sozialem Miteinander. Es ist wichtig, dass die Bewohner Kompetenzen erwerben, um irgendwann eigenständiger und selbstbestimmter zu leben", erklärt die Einrichtungsleiterin Dagmar Rudy. Die neuen Wohnhäuser dienen als nötiger Zwischenschritt, den es bis jetzt im St. Josefhaus noch nicht gab. Die Menschen mit Behinderung sollen hier eigenständiger werden, um dann irgendwann vielleicht ins betreute Wohnen umziehen zu können.

Ohne die Fördermaßnahmen von der Aktion Mensch und der Stiftung Wohlstandspflege hätten die 1,7 Millionen Euro pro Haus aber nicht gestemmt werden können. Und das nächste große Projekt wartet schon. Eine bis jetzt einmalige Geschichte im Rheinland bahnt sich an: "Wir möchten ein Kurzzeitwohnen anbieten, das Familien, die ein behindertes Kind haben, die Chance bietet, mal in den Urlaub zu fahren oder sich einer notwendigen Operation zu unterziehen. Die Eltern können ihre Kinder dann guten Gewissens bei uns unterbringen", sagt die Geschäftsführerin der Vinzentinerinnen Köln Stephanie Schuster. Im Frühjahr soll das Projekt dann in Angriff genommen werden.

Quelle: RP
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