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Mönchengladbach
Neues Zuhause für junge Behinderte

Mönchengladbach. Unternehmer Stefan Hamacher ermöglicht mitten in Korschenbroich ein neues Wohnprojekt. Von Angela Rietdorf

"Das ist mehr als ein Sechser im Lotto", sagt Achim Thyssen. "Wir sind unglaublich erleichtert und froh." Ein Wohnprojekt ist es, was den Korschenbroicher so begeistert. Eines, in dem seine behinderte Tochter Lara bald leben kann. Es wird finanziert von seinem langjährigen Freund Stefan Hamacher, Mönchengladbacher Unternehmer und als Entwickler des Kühlenquartiers

ein erfahrener Bauherr.

Hamacher ist ein Macher, der sehr erfolgreich eine Gesellschaft für Handelskommunikation und Marketing betreibt. Vor allem aber auch jemand, der das, was er tut, gut machen will. Nun macht er sich daran, ein Projekt in Korschenbroich an der Brauereistraße umzusetzen - aus Freundschaft. Ein Wohnhaus soll hier entstehen, in dem sieben junge Menschen mit geistiger Behinderung leben werden. Haus Lara soll es heißen, denn Hamacher formuliert als Grundbedingung für sein Projekt: "Lara soll hier bis zu ihrem Lebensende bleiben können."

Lara, die Tochter des befreundeten Ehepaars Thyssen, ist Autistin. Sie spricht nicht, und sie ist blind. "Sie lebt in ihrer eigenen Welt", sagt ihr Vater. Lara (26) wohnt bei ihren Eltern, tagsüber arbeitet sie in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Aber ihre Eltern werden älter, und es treibt sie die Frage um, die alle beschäftigt, die ein behindertes Kind haben: "Was geschieht, wenn die Eltern sich nicht mehr kümmern können?"

Die Sorgen würden immer größer, je älter man werde, sagt Thyssen. Gleichgesinnte zu finden und mit ihnen ein Wohnprojekt auf die Beine zu stellen, ist nicht einfach. "Die Gruppe bricht auseinander, sobald einer eine andere Möglichkeit gefunden hat, sein Kind unterzubringen und abspringt", weiß er aus Erfahrung. Jetzt stemmt die Familie Hamacher das Projekt. Ein Grundstück in Korschenbroichs Zentrum stand zum Verkauf, Hamacher griff zu. Das bereits bestehende Reihenhaus bleibt erhalten, im hinteren Teil des Gartens wird gebaut. Das neue Gebäude, geplant vom Korschenbroicher Architekten Fritz Otten, wird ab Januar 2017 entstehen. Mit sieben Apartments für Bewohner mit Behinderung, einer Wohnung, die als Gemeinschaftsraum dient, und einer Wohnung für die Betreuer.

Die ambulante Betreuung übernimmt die Ev. Stiftung Hephata, die in der Nähe schon eine ähnliche Einrichtung betreibt. Wichtig ist, dass nachts jemand vor Ort ist, der helfen und unterstützen kann. Da Lara nicht allein in dem Haus leben soll, hat die Stiftung eine Gruppe interessierter Familien angesprochen. "Wir starten jetzt eine Freizeitgruppe, damit sich die jungen Leute kennenlernen können", erklärt Hans-Willi Pastors vom Hephata-Fachbereich Wohnen. "Dadurch wird der Ablösungsprozess vorbereitet und Vertrauen aufgebaut."

Wenn das Haus im Frühjahr 2018 bezugsfertig ist, werden die Bewohner feststehen. Getragen wird das Projekt dann von einer Stiftung, die Hamacher ins Leben ruft und die nach ihm und seiner jüngst verstorbenen Frau benannt ist. Damit sicher ist, dass das Haus Lara ein dauerhaftes Projekt ist.

Quelle: RP
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