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Mönchengladbach
Neugierig auf die neuen Kunstherzen

Mönchengladbach. Im Borussia-Park schlagen bei den Heimspielen die Herzen der Fans schneller. Am Wochenende ging es dort zwar auch um Herzen, aber nur am Rande um Fußball. Am Tag der Organspende veranstaltete "Bridge2Life", Verein für Herztransplantation, zusammen mit dem Evangelischen Klinikum Niederrhein das medizinische Symposium "Herz Modern Spezial". Die Referenten und Spezialisten aus dem medizinischen und ingenieurwissenschaftlichen Bereich, hielten Vorträge zum Thema Kunstherz und Herzunterstützungssysteme. Reiner Körfer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats von Borussia und Herzchirurg. Kein zweiter hat in Deutschland so viele Herzen transplantiert wie der frühere Chefarzt der Klinik in Bad Oeynhausen. Die rückläufige Anzahl an Organspenden stelle unsere Gesellschaft zunehmend vor neue Herausforderungen, so Körfer. Die Medizintechnik entwickelt in Kooperation mit Medizinern stetig neue Alternativen, um diese Situation adäquat lösen zu können. Die steigenden Implantationszahlen an Herzunterstützungssystemen führen dazu, dass Ärzte sowie Patienten verstärkt mit neuen Aufgaben konfrontiert werden. So stellt zum Beispiel das implantierbare Linksherzunterstützungssystem, Heart Assist 5, eine kleine axiale Blutpumpe, die ursprünglich von der Nasa entwickelt wurde, eine Innovation dar. "Sie unterstützt die Linksherzfunktion und kann sogar die Arbeit des linken Ventrikels komplett übernehmen. Die externen Komponenten des Systems ermöglichen eine Fernüberwachung der Pumpen und Patientenparameter", erklärte Gero Tenderich in seinem Vortrag. Von Gözde Macit

Außerdem stellten Körfer und seine Kollegen nach langer Forschung und Entwicklung "echte Kunstherzen" in der klinischen Anwendung vor. Denn in Deutschland gibt es viel zu wenige Organspender. Darum werden zunehmend Kunstherzen gebraucht. Die erste Generation dieser komplett künstlichen Herzen soll nun bald reif sein; die klinischen Test laufen gerade. Dieses medizinische Highlight erkundeten sowohl viele Mediziner als auch interessierte Laien im Borussia-Park. "Ich bin kein Mediziner, aber habe großes Interesse an den neuesten medizinischen Forschungen. Ich bin Organspender und wünsche mir, dass möglichst viele weitere Gladbacher es werden", sagt Willi Huth.

Quelle: RP
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