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Mönchengladbach
Neun Jahre Haft für Dealer, der Hells Angels beliefert haben soll

Mönchengladbach. Nach einem wochenlangen Prozess und einer umfangreichen Beweisaufnahme hat die Erste Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts jetzt einen Wegberger (31) wegen sechsfachen Drogenhandels und sechsfacher Einfuhr von Amphetaminen zu einer Haftstrafe von neun Jahren und zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt. Den wegen dreifachen Handels mit Amphetaminen mitangeklagten Mönchengladbacher (27) hat das Gericht zu vier Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Von Ingrid Krüger

Nach erfolgreichen Ermittlungen und schließlich auch Geständnissen der Angeklagten stand fest, dass der aus Sibirien stammende 31-Jährige in der Zeit vom 3. bis 28. November 2016 Betäubungsmittel aus den Niederlanden eingeführt und schließlich damit in Mönchengladbach gemeinschaftlich gehandelt hat. Bereits Ende Juli 2016 war bei der Polizei der Hinweis eingegangen, wonach ein "Deutsch-Russe" in Odenkirchen an Mitglieder der Hells Angels eine größere Menge Amphetamin ausliefere.

In Kerkrade auf dem Parkplatz eines Baumarktes habe der 31-Jährige das Rauschgift gekauft und es anschließend nach Deutschland geschmuggelt. So wurde es im Gerichtssaal bekannt. Dann habe der Angeklagte das Schmuggelgut in die Wohnung des mitangeklagten Mönchengladbachers gebracht. Hier verarbeiteten die beiden Männer das Amphetaminöl gemeinsam zu konsumfähigem Amphetamin und verkauften es weiter. Dabei sollen sie auch Streckmittel eingesetzt haben. So soll das Rauschgift auch an eine Rheindahlener Adresse gelangt sein, wurde im Prozess bekannt. Die Rheindahlener Wohnung soll als Bunker gedient haben. Die Angeklagten handelten nicht nur mit Amphetamin, sondern auch mit Ecstasy-Pillen und Marihuana. Beide Angeklagte waren arbeitslos. Die Männer saßen nicht zum ersten Mal auf einer Anklagebank. Beide waren vorbelastet. Der 31-Jährige war bereits mehrmals zu jahrelangen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Auch der Mönchengladbacher hatte sich wegen einschlägiger Taten bereits eine zweijährige Jugendstrafe eingehandelt. Im Prozess wurde bald klar, dass die Angeklagten nicht nur durch Geständnisse überführt wurden. Im Ermittlungsverfahren waren sie auch über die Grenze in die Niederlande observiert worden. Offenbar fiel der Wegberger mit seinem Porsche Panamera dabei besonders auf. Außerdem wurden ihre Telefone überwacht. Im Prozess wurde zudem bekannt, dass es den Männern auch gelang, aus einem Liter Amphetaminöl zwei bis vier Kilo Amphetamin herzustellen.

Quelle: RP
 
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