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Mönchengladbach
Neuwerk übernimmt Willicher Hospital

Mönchengladbach. Eine eigene geriatrische Klinik, mehr Betten, deutlich mehr Mitarbeiter: Das Krankenhaus Neuwerk plant eine Millionen-Investition. Gut für Gladbach, schlecht für Willich: Die Augustinus-Kliniken schließen 2014 das dortige Krankenhaus. Von C. Heidrich und D. Richerdt

Das Neuwerker Haus im Verbund der Augustinus-Kliniken wird künftig eine bedeutende Rolle spielen: Der Aufsichtsrat hat entschieden, "Maria von den Aposteln" aufzuwerten und plant eine Millioneninvestition. Eine Geriatrie ist vorgesehen, die Bettenzahl wird aufgestockt. Doch es gibt im Verbund auch Verlierer: Das Willicher Krankenhaus, das Katharinen-Hospital, schließt Mitte 2014. In Gladbachs Nachbarstadt laufen Politiker dagegen Sturm. Die Entscheidung, die stationäre Versorgung am Standort Neuwerk zu bündeln, scheint endgültig zu sein. Ein Großteil der 190 Beschäftigten des Willicher Hospitals soll andere Arbeitsplätze im Krankenhaus-Verbund bekommen.

Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Augustinus-Kliniken, erklärte, die Rahmenbedingungen seien problematisch geworden, vor allem für kleine Häuser wie das in Willich. Da gehe es nicht nur um wirtschaftliche, sondern auch um qualitative Fragen, die mit Vorgaben der Krankenhausplanung zusammenhingen, etwa bei Intensivstationen. Diese seien am Standort Neuwerk besser zu erfüllen.

Markus Richter, Geschäftsführer der Krankenhäuser in Neuwerk und Willich, sagte, der vor zwei Jahren in Willich eingerichtete Schwerpunkt für Altersmedizin und -traumatologie werde nach Neuwerk überführt. Dort würden für diese Aufgabe vorhandene Räume genutzt, aber auch neue Anbauten hinter dem Neuwerker Krankenhaus seien notwendig. Richter: "Eine notwendige Kapazitätserhöhung ist in Vorplanung". Um wie viele zusätzliche Betten das Neuwerker Haus, das derzeit 363 Betten vorhält, wachsen werde, könne er aber noch nicht einschätzen, erklärte der Geschäftsführer. Es sei jedoch damit zu rechnen, "dass die notwendigen baulichen Investitionen im siebenstelligen Bereich liegen werden", so Richter.

Diese Pläne bedeuten, dass es in Gladbach auf mittlere Sicht zwei geriatrische Kliniken geben könnte – bisher bieten als einzige in Mönchengladbach die Städtischen Kliniken am Standort Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt diesen Versorgungsbereich an. Die im Bereich Geriatrie bisher in Willich beschäftigten Mitarbeiter würden, so Markus Richter, komplett nach Neuwerk übernommen. Neuhäuser sagte, die Augustinus-Kliniken böten der Stadt Willich an, künftig einen Notarzt aus Neuwerk zu stellen. Dieser soll in der Willicher Rettungswache stationiert sein. Das verkürze Einsatzzeiten.

Mit der Einrichtung einer Klinik für Altersmedizin wolle das Krankenhaus Neuwerk den Städtischen Kliniken keine Konkurrenz machen, betont Markus Richter. Er verweist auf den gültigen Krankenhausplan, der vorsehe, angesichts der demografischen Veränderungen der Bevölkerungsstruktur den Bereich Geriatrie auszubauen. "Wir sehen das neue Angebot stärker auf die Versorgung im östlichen Kreis Viersen bezogen", ergänzt Richter. Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtische Kliniken, erklärte gestern auf Anfrage nur dies: "Ich sehe keine Notwendigkeit, eine zusätzliche Geriatrie in der Stadt zu etablieren."

Quelle: RP
 
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