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Mönchengladbach
NEW lehrt Mitarbeitern Gesundheit

Mönchengladbach. Konzern und Betriebsrat machen gute Erfahrungen mit dem Projekt "Gute Arbeit". Von Andreas Gruhn

Die NEW ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Fast 2000 Menschen arbeiten bei dem Versorger, sie sind im Schnitt aber rund 48 Jahre alt. Seit drei Jahren hat die NEW deshalb ein betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert und ausgebaut, das die Gesundheit der Beschäftigten auf vielfältige Art fördern soll. Anlass waren Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen, aus denen der Betriebsrat das Projekt "Gute Arbeit in der NEW" erarbeitet hat - jenes Projekt, dass beim Deutschen Betriebsrätepreis bundesweit auf Platz 14 landete. Die Mitarbeiter hatten sich unter anderem bessere Kommunikation, besseren Gesundheits- und Arbeitsschutz gewünscht.

"Wir haben in Mitarbeiterbefragungen und aus Daten von Krankenkassen festgestellt, dass Muskel-Skelett-Erkrankungen die häufigste Erkrankung ist", sagt Ellen Basner, die das Gesundheitsmanagement leitet. Seitdem besuchen Ergo-Coaches die Mitarbeiter am Arbeitsplatz, helfen diesen ergonomisch einzurichten. Ein Programm erinnert die Büro-Mitarbeiter daran, rechtzeitig Pausen zu machen, und spielt kurze Sport-Übungen zum Nachmachen per Videoclip ein. Ein Rücken-Coach schult die Arbeiter, die etwa im Kanal körperlich im Einsatz sind. Führungskräfte werden in Workshops geschult, wie sie gesund kommunizieren. Und eine psychosoziale Notfallbetreuung ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar, um Mitarbeiter nach Unfällen im Straßenverkehr oder in Bädern zu betreuen. "Diese Kollegen sind besonderen Belastungen ausgesetzt", sagt Vorstandsvorsitzender Friedhelm Kirchhartz.

Den rund 200 eigenen Busfahrern (und auch den rund 240 Fahrern in den Subunternehmen) hat der Konzern ein Training zum entspannten Fahren angeboten. Dadurch fahren sie stressfreier, nervenschonender und materialschonender, sagt Betriebsratschef Michael Jans. Außerdem hat dies eine Spritersparnis von sechs Prozent eingebracht. "Das war eine Idee aus der Werkstatt", sagt Jans. "Zuerst wollte der Fahrdienst das nicht, aber 20 Mitarbeiter haben das in einem Pilotprojekt getestet -dann wollten die anderen auch ins Training." Mitarbeiter, die im direkten Kundenkontakt stehen, haben ein Deeskalationstraining der Polizei durchlaufen. "Wir haben festgestellt, dass sich die Übergriffe auf Busfahrer, Bademeister oder Kassierer stark verschärft haben", sagt NEW-Personalchef Höck. "Mit dem Training haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht." Das Programm sei kein Aktionismus, sondern soll dauerhaft weiterlaufen, sagt Höck.

Quelle: RP
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