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Mönchengladbach
NEW-Musiksommer: Klangvolles Finale im Dauerregen

Mönchengladbach. Der Auftritt des Jugendblasorchesters der Musikschule beschloss die Veranstaltungsreihe in der Konzertmuschel an der KFH. Von Angela Wilms-Adrians

Der Himmel weinte, als der diesjährige NEW-Musiksommer in der Konzertmuschel an der Kaiser-Friedrich-Halle endete. Doch Moderator Frank Nießen und das Jugendblasorchester der Musikschule Mönchengladbach mit dem Dirigenten John Kikken trotzten dem Dauerregen mit guter Laune. "Am liebsten würde ich Sie alle umarmen. Es kann regnen, es kann schneien - Sie sind da", rief Nießen den diesmal leider nur etwa 250 Besuchern zu, die in erwartungsvoller Vorfreude unter Bäumen und Schirmen Schutz suchten.

Das Jugendblasorchester belohnte diese unerschütterlichen Fanqualitäten mit einem abwechslungsreichen und hoch motiviert servierten Programm. In der Pause gönnte sich Kikken einen warmen Kaffee, doch ansonsten blieb er in Dirigat und Erläuterungen seiner anfangs ausgegebenen Losung treu: "Bei Sonnenschein kann jeder Open-Air. Doch bei Regen macht es richtig Spaß." Die jungen Musikerinnen und Musiker sahen es wohl ebenso und gaben im vorwiegend klassischen Konzertoutfit alles. Bestens vorbereitet und mit offensichtlicher Spielfreude intonierten sie Medleys mit Melodien von Abba, Robbie Williams, Udo Jürgens und eine mitreißende Mischung nach dem Motto "Rocking in the sixties".

Mit Werken des niederländischen Komponisten Jacob de Haan bewiesen sie, dass sie ebenso stilsicher die symphonische Blasmusik beherrschen. Erhaben und erhebend war etwa der Einstieg zum "Concerto d´Amore" mit Elementen von Jazz und Pop sowie einem barocken Thema. Die Querflöten klangen hell heraus, um bald vom satten Klang der Saxophone und Trompeten abgelöst zu werden und eine aparte Antwort im sanften Ton der Klarinetten zu finden.

"Sonst frage ich vor diesem Stück immer ins Publikum: ,Wie geht es Ihnen?'", wagte Kikken vor dem Lied "Happy" einen Vorstoß zum Stimmungsbild. Noch ehe er ausgesprochen hatte, tönte ihm ein klares "gut" entgegen. Nach zwei Stunden ziemlich durchnässt, wollten die Besucher doch noch ihre Zugabe hören.

Doch zuvor wurde das Spendenergebnis bekannt gegeben. Die Kindeswohlbeauftragte Laura Vignola hatte für die Arbeit der Drogenberatung Mönchengladbach geworben. "Wir wollen regelmäßige Angebote für Kinder aus suchterkrankten Familien durchführen", sagte sie und berichtete von Kindern, die durch den besonderen Stress im Elternhaus in großer Angst und Unsicherheit leben. Die Summe fiel angesichts der wetterbedingten Voraussetzungen naturgemäß geringer aus als bei den vergangenen Konzerten, doch immerhin reichte die Spende in Höhe von 468,30 Euro, um beim diesjährigen Gesamtergebnis die Marke von 10 000 Euro eindeutig zu überschreiten.

Mit dem Versprechen auf eine Fortsetzung des NEW-Musiksommers im kommenden Jahr verabschiedete sich Nießen in Mönchengladbach und warb zugleich für zwei Open-Air-Termine in Viersen.

Quelle: RP
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