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Mönchengladbach
"Niersgold" hat das Zeug zum Dauerbrenner

Mönchengladbach: "Niersgold" hat das Zeug zum Dauerbrenner
Konditormeister und Chocolatier Erwin Kantler und Prokuristin Melissa Strecker zeigen einige Köstlichkeiten, die sie an der Limitenstraße anbieten. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Schmackhafte Zwischennutzung in Rheydt: Bei den "Schokoschurken" können die Kunden dem Chocolatier bei der Arbeit zusehen. Von Angela Rietdorf

Der Meister rührt - und rührt. Fügt der Ganache aus Aprikosenkernmus, Kuvertüre und veganen Zutaten noch gehackte Cranberries bei und rührt weiter. Dann wird die Füllung in die vorbereiteten, selbstverständlich handgemachten Schoko-Formen gespritzt, mit einer Schicht aus Kuvertüre verschlossen und kurz gekühlt. Anschließend lösen sich die fertigen Pralinen zum Erstaunen des Betrachters problemlos aus der Kunststoffform und präsentieren sich in ihrer ganzen schokoladig-leckeren Schönheit. Fertig für den Genuss. Erwin Kantler lächelt. "Ich liebe die Arbeit mit dem Rohstoff Schokolade", sagt er - und das glaubt man dem Konditormeister und Chocolatier aufs Wort, wenn man ihn bei der Arbeit beobachtet.

Beobachten werden ihn in Zukunft viele können, nämlich alle Kunden, die den Weg zur Pralinenmanufaktur an der Limitenstraße 58 finden. Dort haben - vorerst provisorisch, ab September auch mit offizieller Eröffnung - die "Schoko-schurken" für mindestens sechs Monate ein Zuhause gefunden. Die Pralinenmanufaktur ist ein Ableger der Ehren Zuckerwarenfabrik an der Königstraße, einem Traditionsunternehmen, das unter dem jungen Chef Valentin Wessels aufblüht und von sich reden macht. "Wir haben oft Anfragen für Betriebsbesichtigungen", erklärt Prokuristin Melissa Strecker. "Aber dafür reicht der Platz nicht aus, schon gar nicht, wenn die Produktion läuft." Aber das junge Team will gern zeigen, was es tut. Also griff man zu, als beim Rheydter Zwischennutzungsprojekt Provisorium passende Räumlichkeiten vorgestellt wurden. Das jetzt bezogene Ladenlokal liegt zentral in der Rheydter Innenstadt an der Kreuzung Limitenstraße/Stresemannstraße und bietet mit seinen rund 120 Quadratmetern genug Platz für Verkauf, Schauproduktion und geplante Events.

Im Augenblick sieht es wirklich noch etwas provisorisch aus: Ein Büroraum muss noch abgetrennt, die Verkaufsfläche mit Präsentationsmöglichkeiten für die Produkte bestückt werden. Aber das Herz des ganzen Projekts schlägt schon: Erwin Kantler steht an seiner Arbeitsfläche und produziert liebevoll und in Handarbeit Pralinen. Nicht irgendwelche, sondern sehr besondere. "Wir entwickeln die Produkte nach und nach, im ständigen Austausch mit Kunden, Freunden oder Nachbarn", erklärt Melissa Strecker, die für die Pralinenmanufaktur verantwortlich zeichnet.

Bei der Ingwerpraline etwa waren die ersten Versuche deutlich zurückhaltender. Aber die Tests ergaben: Wer Ingwer mag, will ihn auch schmecken. Ergebnis: Das Rezept wurde entsprechend angepasst. Heraus kam eine echte aromatisch-scharfe Ingwerpraline, nicht nur eine Praline mit Ingweraroma. Geschmacklich das wohl ungewöhnlichste Erlebnis bietet Matchama, eine Praline, die nach japanischem Grüntee und Marzipan schmeckt. Sanfter ist dagegen die Mandel-Tonka-Praline. "Ich liebe die Tonkabohne", sagt der Chocolatier. "Ihr Geschmacksaroma ist einzigartig." Das Zeug zum Hit und Dauerbrenner hat eine weitere Kreation: das "Niersgold". Schon der Name verlockt natürlich zum Probieren. Die Überraschung folgt: Nach angenehmer cremiger Süße entwickelt sich das scharfe Chili-Aroma. "Wir verwenden Chili, den wir aus Myanmar mitgebracht haben", sagt Strecker.

Auf die Zutaten legen die "Schokoschurken" größten Wert: hochwertige Zutaten, so weit wie möglich bio, vieles vegan. Und durch die ungewöhnlichen Zusammenstellungen werden die Leckereien sogar noch gesund - sofern in Maßen genossen, versteht sich. Aprikosenkernpüree, das Erwin Kantler in seiner neuesten Kreation verwendet, enthält etwa viele Mineralstoffe. Auch Chia liegt im Moment bei den Gesundheitsbewussten wegen seiner positiven Eigenschaften im Trend. Nun haben Handarbeit und hochwertige Zutaten aber natürlich ihren Preis - hundert Gramm kosten 9,90 Euro, egal, für welche der acht bis neun Pralinensorten im Angebot man sich entscheidet.

Hat erst die offizielle Eröffnung im September stattgefunden, planen die Pralinenmacher weitere Events. "Lesungen, Livemusik, Wein-und-Pralinen- oder Whisky-und-Pralinen-Abende", zählt Melissa Strecker auf. Die Pralinenmanufaktur hat aber natürlich bereits jetzt geöffnet: montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr.

Quelle: RP
 
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