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Mönchengladbach
Noch keine Hinweise nach Vergewaltigung

Mönchengladbach. Wieso bemerkte niemand die Notsituation der 15-Jährigen? Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Von Gabi Peters

Der Fall hätte möglicherweise ähnlich ausgehen können wie der in Mönchengladbach, der am Dienstagabend mit einer Vergewaltigung endete: Eine 17-Jährige war am Mittwoch in einen Bus von Mönchengladbach nach Dülken gestiegen. In Viersen setzte sich ein Mann zu ihr, griff ihr an den Oberschenkel und belästigte sie sexuell. Mitreisende bemerkten die Notsituation der geschockten jungen Frau, die sich dem Mann im vollen Bus nicht entziehen konnte, und griffen ein. Eine Zeugin forderte den Mann laut auf, das Mädchen in Ruhe zu lassen. Ein weiterer Mann (41) half der jungen Frau und trennte sie von dem Zudringlichen. Als der bei der nächsten Möglichkeit aus dem Bus fliehen wollte, hinderten ihn der 41-Jährige und der Busfahrer daran und hielten ihn fest, bis die Polizei kam.

In Mönchengladbach hat am Dienstag offenbar niemand registriert, wie die 15-Jährige im Bus bedrängt wurde, wie sie später verfolgt und schließlich vergewaltigt wurde. Eingeschritten ist auf jeden Fall niemand. Auch gestern, einen Tag nach dem öffentlichen Zeugenaufruf der Polizei, gingen noch keine Hinweise zu der Tat ein.

Ähnlich war es einer 32-Jährigen ergangen, die am Morgen des 5. Dezembers 2015 an der L 39 unterwegs zur Arbeit war. Ein Mann hatte versucht, die Frau ins Gebüsch zu ziehen. Und obwohl viele Autos vorbeifuhren und die Frau auf ihre Situation aufmerksam machte, hielt keiner an, um zu helfen. Der Polizei gelang es dennoch, den Mann zu ermitteln.

Gefasst wurde ebenfalls der Mann, der am 24. September vergangenen Jahres eine 20-Jährige an der Steubenstraße vergewaltigte. Überführt wurde er durch DNA-Spurenmaterial, das die Ermittler der Kriminalpolizei sicherstellen konnten. Der 36-Jährige aus Odenkirchen war vor der Tat bereits durch Sachbeschädigung und Eigentumsdelikte aufgefallen, deshalb waren seine Daten in der Analyse-Datei des LKA gespeichert. Nur eine Woche davor hatte die Polizei einen anderen Sexualstraftäter festgenommen. Der 23-Jährige hatte versucht, eine 22-Jährige an der Schlossstraße zu vergewaltigen. Anwohner waren der laut schreienden Frau zu Hilfe geeilt und hatten die Polizei alarmiert. Der Täter konnte zwar zunächst flüchten, wurde aber wenig später von den Einsatzkräften aufgegriffen. In Untersuchungshaft sitzt auch ein 19-Jähriger, der in Gladbacher Grünanlagen drei Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren vergewaltigte. In Wegberg soll es zu einer weiteren versuchten Tat gekommen sein. Der Mann hatte seine Opfer über Facebook kennengelernt. Ebenfalls ermittelt ist der Mann, der im Juni eine 26-Jährige an den Gleisen neben der Theodor-Heuss-Straße sexuell belästigte. Die Frau, die von ihrem Peiniger hinter eine Böschung gezerrt wurde, rief Passanten um Hilfe. Die schritten ein. Der Mann flüchtete. Zwei Monate erkannte die Frau ihn am Gladbacher Hauptbahnhof wieder.

Update, 22. Januar 2015: Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass die Vergewaltigung der 15-Jährigen nicht wie beschrieben stattgefunden hat

Quelle: RP
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