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Mönchengladbach
NRW-Wirtschaftsminister Duin will keine Gebühren bei Meister-Ausbildung

Mönchengladbach. Die SPD lud zum Arbeitnehmerempfang: Der Besuch hielt sich in Grenzen. Immerhin war Minister Garrelt Duin da und stellte seine Bilanz vor. Von Dieter Weber

Wolfgang Hansen hat als Chef der Arbeitnehmer-Gruppe in der Gladbacher SPD schon besser besuchte Empfänge erlebt: Wenn die Sozialdemokraten traditionell wenige Tage vor dem 1. Mai die Beschäftigten einladen, brauchen sie sich in der Regel nicht über reichlich Abnehmer für die belegten Brötchen zu sorgen. Am Dienstagabend im Theater im Gründungshaus blieb viel übrig - weil die Arbeitnehmer entweder der SPD die kalte Schulter zeigten oder Borussia gucken wollten. Am Gast wird's kaum gelegen haben: In Garrelt Duin besuchte der NRW-Wirtschaftsminister die Gladbacher Genossen und stimmte sie auf den Wahlkampf ein.

Der Ostfriese ("Deshalb der Name Duin") stellte, wen wundert's, die wirtschaftlichen Erfolge heraus. Beim Wirtschaftswachstum liege NRW im Vergleich mit allen Bundesländern mit 1,8 Prozent auf Platz sechs - "und wir kommen von Platz 15". Duin stellte heraus, dass "es noch nie so viele sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen wie derzeit gibt", denn das sei "gute Arbeit". Und er hob hervor, dass der Dienstleistungsbereich, die IT-Branche und die Logistik NRW für sich entdeckt hätten. Die Kehrseite: Der industrielle Bereich wachse im Vergleich dazu unterdurchschnittlich. "Wir müssen die industrielle Wertschöpfung hochhalten, Nordrhein-Westfalen muss ein starker Industriestandort bleiben", sagte Duin. Klare Aussagen kamen von ihm zu Energiefragen. Für Duin stellt nur ein Mix aus verschiedenen Energieformen die wirtschaftliche Entwicklung von NRW sicher: "Wir müssen den Klimaschutz im Blick behalten - auch die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit der genutzten Energie."

Der NRW-Wirtschaftsminister stellte die Bedeutung der Digitalisierung heraus ("Früher besuchten Autokäufer bis zu fünfmal ein Autohaus, bevor sie sich ein Fahrzeug kauften. Heute ist es 1,1-mal - alles andere läuft über andere Kanäle"). Er gab sich als Anhänger der dualen Ausbildung zu erkennen: Man dürfe nicht nur alles Akademische in den Mittelpunkt stellen, "der Master und der Meister" stünden in seiner Wertschätzung auf einer Ebene.

Duin bekräftigte, dass er sich für ein Azubi-Ticket für den Nahverkehr einsetzen will und dass er die Ausbildung zum Meister gebührenfrei machen will ("Wenn Studenten keine Studiengebühren bezahlen müssen, muss das auch für die gelten, die den Meister machen"). Viel Beifall bekam er, als er forderte, mit "sachgrundlosen Befristungen" von Arbeitsverträgen Schluss zu machen. Das sollte sich bei der Vergabe öffentlicher Aufträge widerspiegeln: Die sollten die "anständigen Unternehmen" bekommen.

Quelle: RP
 
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