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Mönchengladbach
Obstbauer fühlt sich durch Jäger bedroht

Mönchengladbach: Obstbauer fühlt sich durch Jäger bedroht
Gregor von Danwitz macht regelmäßig Rundgänge über seine Obstwiesen. Neulich wieder kamen Schüsse aus allen Richtungen, wie er berichtet. Er sorgt sich um seine Frau, seinen dreijährigen Sohn, Kunden und Erntehelfer. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Gregor von Danwitz hat Angst um seine Familie. Regelmäßig fliegen ihm auf seiner Plantage in Rasseln die Kugeln um die Ohren. Beschwerden bei der Stadt hatten bisher keinen Erfolg. Die Jäger sehen sich in der Jagdausübung gestört. Von Inge Schnettler

Gregor von Danwitz macht täglich ausgedehnte Rundgänge durch seine Plantage. Auf seinem idyllisch gelegenen Bio-Obsthof in Rasseln gedeihen Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Beeren, Mirabellen und Walnüsse. So schön die weitläufigen Obstbaumwiesen anzuschauen sind, der Landwirt ist in Sorge. Denn immer wieder fliegen ihm die Kugeln um die Ohren, wie er berichtet. "Gerade neulich ist es wieder passiert, als ich mit meinen Hunden auf dem Gelände unterwegs war", sagt er. Aus unterschiedlichen Richtungen sei geschossen worden. "Man hat mich vorher nicht darüber informiert, dass an diesem Tag Jäger unterwegs sein würden."

Seit etwa fünf Jahren liegt der Obstbauer mit den Jägern im Clinch. Immer wieder wird auf seinem Gelände gejagt. "Ich sehe darin eine Pflichtverletzung der Jagdbehörde, die dafür Sorge zu tragen hat, dass durch die Ausübung der Jagd keine Gefahr für Dritte ausgeht und die Jagdgesetze eingehalten werden", sagt Gregor von Danwitz. Schließlich sei nicht nur er gefährdet, sondern auch seine Frau und der dreijährige Sohn sowie die Erntehelfer und Kunden. Der Obstbauer hat bereits mehrere Beschwerden an die Jagd- und Fischerbehörde geschickt. "Ich habe bisher keine Antwort erhalten." Dirk Brauner von der Kreisjägerschaft stellt klar: "Es gibt keine Verpflichtung, eine Jagd anzumelden." Er rät seinen Kollegen aber dringend dazu, dies zu tun – der guten Ordnung halber.

Die beiden Jäger, die im Bereich Rasseln tätig sind, Heinz Nickels und Volker Jansen, haben sich zu den Vorwürfen geäußert. Tatsächlich sei Volker Jansen neulich mit einem anderen Jäger auf Krähenjagd in Rasseln gewesen. Zu keinem Zeitpunkt seien Gregor von Danwitz und seine Familie in Gefahr gewesen. "Krähen werden bekanntlich in der Luft geschossen und nicht auf dem Boden", sagt Heinz Nickels. Im Übrigen hätten die Jäger außerhalb der Obstplantagen geschossen, nicht auf dem Areal des Obstbauern. "Was der da veranstaltet, ist eine echte Lachnummer", sagt Heinz Nickels.

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Stadtsprecher Dirk Rütten bestätigt, dass Gregor von Danwitz sich bereits mehrfach an das städtische Ordnungsamt gewandt hat, dem die Jagd- und Fischerbehörde angeschlossen ist. "Herr von Danwitz hat die Möglichkeit, seine Grundstücke aus der Jagd herausnehmen zu lassen." So könnten Konflikte zwischen ihm und der Jägerschaft zukünftig vermieden werden. In der Tat sieht eine recht neue Regelung im Bundesjagdgesetz die Befriedung eines Grundstückes aus Gewissensgründen vor. Das heißt, dass ein Grundstückseigentümer – beispielsweise aus ethischen Gründen – die Jagd auf seinem Areal ablehnen kann. Denn normalerweise besteht die Verpflichtung, die Jagd auf dem eigenen Grundstück zu dulden. Die Änderung des Gesetzes wurde aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im vergangenen Jahr vorgenommen.

Gregor von Danwitz hat die Jäger beim letzten Mal angesprochen. "Ich traf auf taube Ohren", sagt er. Heinz Nickels und Volker Jansen widersprechen: "Eine Aussprache hat Herr von Danwitz weder am besagten Morgen noch zu einem anderen Zeitpunkt gesucht. Es geht ihm schlicht und einfach darum, uns permanent in der Jagdausübung vorsätzlich zu stören und auf seine vermeintlichen Rechte als Grundstückseigentümer zu pochen."

Quelle: RP
 
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