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Mönchengladbach
Odenkirchens Geschichte als Buch

Mönchengladbach. Der Heimatverein Odenkirchen hat den zweiten Band des Buches "Odenkirchen gestern und heute" herausgegeben. Er geht unter anderem um die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Das nächste Buch soll erst in sechs Jahren erscheinen. Von Christian Lingen

Der "Laurentiusbote" von Franz Rixen gehört zu den wohl bekanntesten Schriftreihen über die Geschichte Odenkirchens. Der ehemalige Pfarrer gab die Hefte, die später als Buch erschienen und kürzlich neu aufgelegt wurden, bis 1966 heraus. Seit 2004 greift der historische Ausschuss des Heimatvereins Odenkirchen seine Idee auf und gibt zweimal im Jahr, immer im März und November, ein Heft unter dem Titel "Odenkirchen gestern und heute" heraus. Vor zwei Jahren ließ man die ersten zwölften Hefte zu einem Buch binden. Bis auf gut 50 Exemplare sind alle Bücher verkauft. Nun ist der zweite Band erschienen. Er vereint die Hefte 13 bis 24 und ist rund 700 Seiten dick. Die Auflage liegt bei 300 Exemplaren.

"Die Seitenzahlen der beiden Bücher sind fortlaufend. Zusammen umfassen sie über 1400 Seiten", erzählt Werner Scholz. Der Vorsitzende des Heimatvereins Odenkirchen ist stolz auf die Arbeit, die sich der historische Ausschuss unter Federführung der Künstlerin Marianne Strunk-Hilgers macht. "Sie verbringen viele Stunden in unserem eigenen Archiv und gehen regelmäßig ins Stadtarchiv", erzählt Scholz. Die Bücher von Franz Rixen dienen als Inspiration. Der Einband zeigt auf der Vorderseite eine Landkarte von Odenkirchen aus dem Jahr 1977 und auf der Rückseite eine von 1902. Außerdem ist das Odenkirchener Wappen, wie es bis 1929 aussah, zu sehen.

Der zweite Band, der nun pünktlich kurz vor Weihnachten erschienen ist, beschäftigt sich unter anderem mit den katholischen Pfarrgemeinden, Männergesangvereinen, der Niers und ihren Nebenflüssen sowie der Siedlergemeinschaft der Kamphausener Höhe. Einen großen Teil nehmen auch die Geschichten ehemaliger Odenkirchener Industrieunternehmen ein. So finden sich die Firmenhistorien der Lederfabrik Göbels, der Spulenfabrik Coenen & Wolters, der Spulenfabrik Lückgens und Dörner und des Textilunternehmens Dilthey. Sie alle gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Auch die Geschichte der Firma Trützschler steht im Buch. Am Text hat die Gründerfamilie mitgewirkt.

Einen weiteren großen Teil des Buches bildet der Zweite Weltkrieg. Ein Komplex widmet sich den schweren Zerstörungen und zeigt anhand abgedruckter Briefe, wie es den Menschen damals erging. Sie zu lesen, stimmt nachdenklich. Auch das Schicksal jüdischer Familien aus Odenkirchen, etwa der Familien Horn und Levy so wie das von Manfred Leven wird behandelt. Auch Odenkirchener Vereine und viele Künstler, die im Stadtteil zu Hause sind, finden sich in Band zwei von "Odenkirchen gestern und heute".

Die Texte der Hefte wurden von Marianne Strunk-Hilgers für das Buch überarbeitet. "Bis das nächste Buch erscheint, wird es wohl sechs Jahre dauern, denn dann sind wieder zwölf Hefte voll", sagt Werner Scholz. Stolz ist man im Heimatverein auch darauf, dass die Schriften sowohl in der Landesbibliothek auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als auch in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zur Ausleihe bereit stehen. Wer nicht zu einer der beiden Bibliotheken fahren möchte, kann das neue Buch auch einfach kaufen. Es kostet 19,50 Euro. Zu haben ist es während der Sprechstunden des Heimatvereins immer dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr im Burgturm an der Burgstraße 18. An der Türe muss man klingeln. Auch der erste Band und die halbjährlich erscheinenden Hefte können dort gekauft werden.

Quelle: RP
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