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Serie Meine Ausbildung (3)
Ohne ihn läuft im Badezimmer nichts

Mönchengladbach. Bei der Firma Haaß-Haustechnik lernt Deniz Altunay den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär, Heizung und Klima. Den Großteil seiner Ausbildung verbringt er außerhalb des Betriebs. Nach der Lehre gibt es gute Übernahmechancen. Von Christian Lingen

Deniz Altunay macht eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima. Bei der Firma Haaß-Haustechnik lernt der 20-Jährige, Badezimmer zu sanieren und neu zu installieren, sich um Wartungen und Reparaturen zu kümmern und wie ein Haus klimatisch am besten eingerichtet wird.

Der Betrieb 1987 gründete Georg Haaß die Firma Haaß Sanitär-Heizung in Rheydt. Im vergangenen Jahr eröffnete das Unternehmen einen zweiten Standort in Düsseldorf. Mit Kathrin de Blois und Bernd Haaß ist bereits die zweite Generation an der Geschäftsführung beteiligt. In Rheydt beschäftigt das Unternehmen 40 Mitarbeiter, davon zwölf Auszubildende. Neben dem Beruf des Anlagenmechanikers gibt es Bürokaufleute. Schon jetzt sucht die Firma Haaß-Haustechnik drei Auszubildende für das im August 2016 beginnende Ausbildungsjahr im Beruf des Anlagenmechanikers.

Die Bewerbung "Ich suchte einen handwerklichen Beruf, in dem man sich ständig weiterentwickeln kann. Bei einem Praktikum merkte ich, dass es genau der richtige Beruf für mich ist", erklärt Deniz Altunay seinen Entschluss, eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker zu beginnen. Sein Interesse und die Bereitschaft anzupacken, halfen ihm bei der Bewerbung. "Wir achten bei Bewerbungen darauf, dass sie sauber und ordentlich sind. Eine Motivation für den Beruf muss klar erkennbar sein", sagt Bernd Haaß. Absolvierte Praktika sind von Vorteil. "Zeugnisnoten sind bei uns zweitrangig. Viel wichtiger sind praktische Leistungen und körperliche Fitness. Der Beruf ist anstrengend", erklärt Bernd Haaß. Wichtig sei aber ein gutes mathematisches Verständnis. "Man hat jeden Tag mit Zahlen zu tun", sagt Deniz Altunay.

Die Ausbildung Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima. Die meiste Zeit davon verbringt Deniz Altunay außerhalb der Betriebsräume auf Baustellen oder bei Kunden zuhause. "In meiner ersten Woche fuhr ich mit zu einem Kunden, der sein Badezimmer komplett sanieren wollte", erzählt der 20-Jährige. Zuerst wurden Rohre und Leitungen entfernt und danach neu installiert. Da war es gut, dass er bereits im Praktikum die nötigen Werkzeuge kennengelernt hatte. "Ein Praktikum ist bei uns Pflicht. Die Azubis sollen zu uns passen", sagt Bernd Haaß. Der Beruf des Anlagenmechanikers ist vielseitig. Die Zeiten des Klempners sind vorbei. Heute läuft alles viel technischer ab. Die Ausbildung vermittelt das Aufstellen, Warten und Instandhalten von Anlagen zur Klimatisierung. Hinzu kommen die Versorgung mit Gas und Wasser und die Entsorgung von Abwasser. Außerdem werden Rohre und Armaturen angefertigt und verlegt. Auch technische Anlagen für die Sicherheit werden gebraucht. "Wir möchten unsere Auszubildenden dazu bringen, dass sie selbstständig arbeiten können", sagt Bernd Haaß.

Die Berufsschule Deniz Altunay besucht im Rahmen seiner Ausbildung das Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik. "Im ersten Lehrjahr hat man zwei Tage Unterricht pro Woche, danach einen Tag", erzählt er. Was er im Betrieb praktisch lernt, wird in der Berufsschule noch einmal theoretisch vermittelt. Einmal im Jahr gibt es einen überbetrieblichen Lehrgang. Im Unterricht wird immer wieder das mathematische Verständnis abgefragt und getestet. Vieles muss berechnet werden, damit hinterher beim Verlegen der Leitungen alles richtig passt.

Die Zukunft Nach seiner Ausbildung hat Deniz Altunay gute Chancen, übernommen zu werden. "Der Beruf des Anlagenmechanikers ist sicher. Dieses Handwerk wird immer benötigt", sagt Bernd Haaß. Die ständigen Neuerungen bieten die Chance, sich weiterzuentwickeln. Außerdem kann Deniz Altunay seinen Meister machen oder studieren. Wegen des Facharbeitermangels gibt es einen hohen Bedarf. Wer mutig ist, der kann auch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Quelle: RP
 
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