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Mönchengladbach
Olympia 1968 gab den Anstoß zum Laufen

Mönchengladbach. Der Berufsstart verlief etwas holprig. Nach dem Abitur 1974 am Waldnieler St. Wolfhelm-Gymnasium studierte er zwei Semester evangelische Theologie - "und merkte, dass dies nicht das Richtige für mich war". Als er zum Wehrdienst musste, verpflichtet er sich für vier Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Und trat dann in die Fußstapfen seines Vaters. Der hatte sich vom Handlanger hochgearbeitet und eine eigene kleine Bauunternehmung in Elmpt.

Der Sohn begann ("mit zunächst etwas unsicherem Gefühl") eine Ausbildung im väterlichen Betrieb: "Ich merkte aber schnell, dass dieser Beruf mir Spaß machte, das Richtige für mich war." Er ist dabei geblieben, bis heute. Als der Vater Schluss machte, wechselte Jürgen als Bauleiter zu größeren Unternehmen, betreut heute für eine Berliner Wohnungs-Gesellschaft den Raum Rhein-Ruhr. Und dies keineswegs so nebenbei - bei all seinem anderen Engagement. Das war, weit vor dem Schreiben, schon immer der Sport: Mit neun Jahren der Fußball bei den VSF Amern, mit 13 das Laufen beim OSC Waldniel, angeregt von den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko mit Harald Norpoth und seinem Trainer, dem Waldnieler "Laufdoktor" Ernst van Aaken.

Mit 16 entdeckte Jürgen Schmicker Tischtennis - und wurde recht erfolgreich, als Spieler unter anderem mit den Naturfreunden Rheydt in der Zweiten Bundesliga: "Das war allerdings eigentlich etwas zu hoch für mich. Eine sehr schöne Zeit war 1979 bis 1983 beim TTC Hardt, wo wir mit einer ganz jungen Mannschaft in drei Jahren viermal aufgestiegen sind und zwei Jahre Oberliga gespielt haben." Weitere Engagements gab es in Solingen, Uerdingen und Anrath. 1990 folgte der Einstieg in den (nebenberuflichen) Trainer-Job - unter anderem insgesamt neun Jahre bei Bayer Uerdingen: mit den Damen in der Ersten und den Herren in der Zweiten Bundesliga. Danach folgten weitere Stationen als Trainer, nicht mehr ganz so hoch, unter anderem in Willich, in Anrath und auch erfolgreich mit der Jugend in Dülken.

Heute trainiert er in den Niederlanden Destatec Swalmen. Und läuft, und läuft und läuft: "Wieder, zum Glück, nachdem ich am 2. Januar 2014 beim Lauftraining von einem Auto angefahren worden bin und ein halbes Jahr nicht laufen konnte. Doch Sport gehört seit nun gut 50 Jahren zu meinem Leben - und das soll auch so bleiben." Seine neue Lebenspartnerin Susanne hat, wie früher seine damalige Frau, das nötige Verständnis dafür. Der älteste der drei Söhne, Sebastian (27), ist Triathlet, Tochter Ira (25) läuft ein-, zweimal die Woche mit dem Vater.

(oes)
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