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Mönchengladbach
Parade wegen Gluthitze abgebrochen

Mönchengladbach. Im Karneval gab es einmal einen Prinzen, der als "der wärmste Prinz aller Zeiten" in die Brauchtumsgeschichte einging. Markus Münten hat gute Chancen, als der wärmste Schützenkönig der St.-Josef-Pfarrbruderschaft Hermges in die Geschichte einzugehen. Von Christian Lingen

Am Samstag mussten die Schützen die Seitenwände des Festzeltes öffnen, weil es im Innern über 40 Grad heiß wurde. Außerdem gab es Marscherleichterung. "Wir haben angeordnet, beim Betreten des Festzeltes sofort das Jackett der Uniform auszuziehen", sagte Frank Buchweitz, der nicht nur Minister, sondern auch Oberst der Bruderschaft ist.

Weil es selbst in der Pfarrkirche fast 30 Grad warm war, kürzte Präses Norbert Kaniewski die Messe um 20 Minuten. Beim Verlassen der Kirche erfuhren die Schützen dann, dass Kaniewski selber einen Ventilator am Altar positioniert hatte. Schwer hatten es auch die Damen. Ihnen drückten die Schuhe. Im Festzelt zeigten sie, wie man sich Abkühlung verschafft, und stellten ihre lädierten Füße in Eimer mit Wasser.

Auch gestern Morgen setzte die große Hitze den Schützen in Hermges zu. König Markus Münten rann der Schweiß in Bächen vom Kopf. Statt die gewohnten Gläser Pils gab es beim Empfang vor der Parade vor allem Mineralwasser. "Am Freitag war ich kurz davor, lieber Urlaub zu haben, als Schützenfest zu feiern", verriet er. In den 80er-Jahren habe es öfter sehr warme Schützenfeste gegeben, doch dieses Jahr sei es extrem. So verzichteten die Generäle auf ihre Pickelhauben aus Metall, und statt Uniformen trugen viele Schützen nur Hemden. Als es zur Parade ging, signalisierten die Kapellen bereits, dass sie kaum noch Kraft hatten.

Der erste Paradedurchgang verlief wie gewohnt, und vor allem die Fahnenschwenker sorgten für eine schöne Einlage, indem sie ihr Können präsentierten. Als der Durchgang beendet war, brachen die Schützen die Parade ab. "Die Musiker können nicht mehr. Wir machen jetzt Schluss. Es ist immer noch ein Ehrenamt und es macht keinen Sinn, dass morgen jemand im Krankenhaus liegt", verkündete Frank Buchweitz. Da waren im Festzelt bereits die Seitenwände wieder weit geöffnet.

Quelle: RP
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