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Mönchengladbach
Patient schenkt dem Eli eine Million Dollar

Mönchengladbach: Patient schenkt dem Eli eine Million Dollar
Professor Olaf Horstmann (r.) operierte den ehemaligen Patienten, Eli-Geschäftsführer Horst Imdahl durfte seine Spende verbuchen. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Ein reicher Mann aus dem Ausland ließ sich vor rund fünf Jahren von Professor Olaf Horstmann wegen Darmkrebs operieren. Heute ist der ehemalige Patient geheilt - und dankt mit einer Riesenspende. Von Dieter Weber

Diese Geschichte könnte Inhalt eines anrührenden Filmdramas sein: Ein reicher Mann, der im Ausland lebt, ist schwer an Krebs erkrankt. Er sucht einen Operateur, der ihn behandelt und kann unter den Top-Kliniken in der Welt auswählen. Er entscheidet sich für ein Krankenhaus, das keine vordere Platzierung in irgendeinem Ranking hat. Der Mann wird operiert, erleidet fünf Jahre lang keinen Rückfall und gilt als geheilt. Und darüber ist er so glücklich, dass er dem Krankenhaus eine Spende über eine Million Dollar zukommen lässt. Ein Märchen? Nein, diese Geschichte ist Realität. Sie spielt in Mönchengladbach. Der behandelnde Arzt ist Professor Olaf Horstmann, Nutznießer der Spende sind die Städtischen Kliniken in Rheydt, besser bekannt als "Eli".

Es ist eine Geschichte, die jeden Arzt und jedes Krankenhaus froh macht. Denn sie beweist, dass ärztliches Geschick am Ende auch dem Ruf einer Klinik gut tut. Horstmann war Chefarzt in Düsseldorf, ehe er nach Rheydt ans Eli kam und die Leitung der Allgemeinen Chirurgie übernahm. Es gibt noch alte Verbindungen zu Berufskollegen, und so gelangte vor rund fünf Jahren der reiche Patient aus dem Ausland zu ihm. Der Mann, der anonym bleiben will, hatte eine Darmkrebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium. Es entstand schnell das für jede Behandlung erforderliche enge Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Horstmann musste bei der dreieinhalbstündigen Operation mehrere Organe entfernen: Bauchspeicheldrüse, Nebenniere, Milz, jeweils einen Teil des Magens und des Darms. Wenige Tage nach der OP verließ der Patient Rheydt und kehrte in die Heimat zurück.

Vor einigen Monaten meldete er sich wieder bei Horstmann. Seine Ärzte hätten ihm, da er seit fünf Jahren ohne Rückfall geblieben sei, nun bescheinigt, geheilt zu sein. Er sei ihm, Horstmann, sehr dankbar, wolle sich erkenntlich zeigen und dem Krankenhaus eine Spende machen. Als Horstmann die Summe hörte, verschlug es ihm die Sprache. "Eine Million Dollar", kündigte ihm sein ehemaliger Patient an. Die einzige Bedingung, die der Spender stellte: Er will, dass das Eli das Geld für Investitionen nutzt. "Ich habe umgehend unseren Geschäftsführer Horst Imdahl informiert", sagt Horstmann. Auch dieser war perplex - und leitete die erforderlichen Schritte ein. "So eine Spende muss besonders verbucht werden. Ich habe sofort eine entsprechende Stelle eingerichtet", sagt Imdahl.

Schon einmal in der jüngeren Vergangenheit bekam das Eli eine Großspende. Ilse Lommel, geborene Stevens, extravagant und von Kopf bis Fuß Dame, hatte die Stadt 2007 zur Alleinerbin gemacht. Die mondäne Frau, die an der Ferdinandstraße in einem Gründerzeithaus lebte, aber meist mit Chauffeur die Welt bereiste, ist Namensgeber eines Sozialpädiatrischen Zentrums auf dem Klinikgelände. Ihre 810.000-Euro-Spende helfen Schrei-Babys sowie Kindern und Jugendlichen, deren Reife hinter der altersgemäßen zurückgeblieben ist und die sich ihrem familiären und sozialen Umfeld verweigern. Und auch Louise Gueury, die der Stadt im Jahr 1900 insgesamt 1.059.222 Reichsmark für eine Lungenheilstätte im Hardter Wald schenkte, ist eine Förderin der Städtischen Kliniken. Denn diese übernahm die Heilstätte, sie war da bereits Geriatrie.

Es gibt eine Idee, wie die Eine-Million-Dollar-Spende verwendet werden soll. Das Darmkrebszentrum des Eli, für das Professor Horstmann mit verantwortlich ist, soll profitieren. "Wir denken an eine innovative Investition", sagt Horstmann - dies ist ganz im Sinne des reichen ehemaligen Patienten.

Quelle: RP
 
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