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Mönchengladbach
Pflegeltern gesucht - auch für Flüchtlinge

Mönchengladbach: Pflegeltern gesucht - auch für Flüchtlinge
Liebe, Geborgenheit, Verständnis: All das sollten Pflegekinder in ihren "neuen" Familien finden. FOTO: dpa, Detlef Ilgner
Mönchengladbach. 396 Kinder sind in Gladbach in Pflegefamilien untergebracht. Das Jugendamt ist permanent auf der Suche nach neuen Helfern. Der politischen Lage entsprechend sind auch 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterzubringen. Von Angela Wilms-Adrians

Wenn ein Kind nicht bei seinen leiblichen Eltern bleiben kann, muss sehr sorgsam eine passende Pflegefamilie ausgewählt werden. Das Jugendamt arbeitet hier eng zusammen mit privater konkreter Hilfe. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen "Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt" wurde beim Pressegespräch im Rathaus Abtei der Pflegeelterndienst als eine der Schwerpunktaufgaben vorgestellt. "Wir sind es, die Informationen an Eltern und - wenn diese groß genug sind - auch an die Kinder geben und für die Belange der Familie eintreten", sagte Beigeordnete Dörte Schall mit Verweis auf die umfassende Arbeit des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie für das Wohlergehen junger Menschen und ihrer Familien.

396 Pflegekinder sind aktuell in Mönchengladbacher Haushalten untergebracht, dem gegenüber steht ein Pool von knapp 400 Pflegepersonen, die bereit sind die Verantwortung für ein nicht leibliches Kind zu übernehmen. Die Relation sieht auf den ersten Blick gut aus. Allerdings geht eine solche Rechnung nicht Eins zu Eins auf. "Nicht jedes Kind passt in jede Familie. Wir können nie genug Pflegeeltern haben, da die unterschiedlichsten Konstellationen berücksichtigt werden müssen", sagte Schall dazu.

Als Grundvoraussetzungen für die Eignung zur Pflegeperson nannte Monika Ferfers, Leiterin des Pflegeelterndienstes und der Adoptionsvermittlung, Herzlichkeit, Freude am Leben mit Kindern, Lebenserfahrung, Offenheit, Geduld - und Belastbarkeit, da Pflegekinder eine schwierige Familiengeschichte mitbringen. Weitere Voraussetzungen seien zum Beispiel die körperliche und psychische Gesundheit sowie eine aktuell stabile Lebenssituation bei potentiellen Pflegeeltern, die sich einem Bewerbungsverfahren stellen müssen.

"Zeit ist heute ein kostbares Gut. Pflegekinder brauchen noch mehr Zeit als andere Kinder", mahnte Ferfers auch solche Kriterien zu beachten. Zudem sollten alle Familienangehörigen mit der Aufnahme eines Pflegekindes einverstanden seien. Wenn Großeltern mit im Haus wohnten, müssten auch diese einbezogen werden. Denn, so Ferfers: "Das allgemeine Einverständnis erleichtert das friedliche Zusammenleben."

Der politischen Lage weltweit entsprechend werden zurzeit auch in Mönchengladbach noch Pflegefamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht. Von den knapp 90 Betroffenen in Mönchengladbach müssen noch für etwa 30 junge Menschen passende Familien gefunden werden. Bärbel Braun, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie, warnt allerdings vor schnellen Lösungen und sagt: "Auch hier müssen wir unserem pädagogischen Anspruch gerecht werden."

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Quelle: RP
 
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