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Mönchengladbach
Physik zum Anfassen und Staunen

Mönchengladbach: Physik zum Anfassen und Staunen
Beate Bohr und Rainer Grünbaum brachten auf der Bühne so einiges zum Qualmen. Hier: flüssiger Stickstoff. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Jede Menge Explosionen gab es gestern für 1700 Schüler bei den "Physikanten" in der Kaiser-Friedrich-Halle zu sehen. Von Marei Vittinghoff

Benedikt steht mit einem gelben Schutzhelm auf einem schwarzen Hocker mitten auf der Bühne der Kaiser-Friedrich-Halle. Noch ein wenig ängstlich betrachtet er die große silberne Kugel - den sogenannten Van-de-Graaff-Generator - neben ihn. Ganze 300.000 Volt Spannung kann der Generator erzeugen. Und den soll er nun wirklich berühren? Vorsichtig legt er seine rechte Handfläche auf die glänzende Oberfläche der Kugel. Und da passiert es: Ein goldener Propeller, der zuvor auf seinem Helm angebracht wurde, beginnt sich weiter und weiter über seinen Kopf hinweg zu drehen. Ein Staunen raunt aus dem Publikum. Und schließlich kann auch Benedikt nicht anders, als vor Begeisterung zu lachen.

Benedikt ist einer von insgesamt 1.700 Schülern, die gestern während drei Vorstellungen der "Physikanten & Co" aus Witten eine ganze Stunde voller spektakulärer Experimente, verblüffender Effekte und lustigen Schaueinlagen erleben konnten.

In Mönchengladbach waren die Physikanten zum zweiten Mal auf Einladung des Initiativkreises zu Gast, der die Show-Wissenschaftler für ihre jährliche Kinderveranstaltung ausgewählt hat. "Nach der letzten Show haben wir eine unglaublich positive Resonanz von den Kindern bekommen", erzählt Peter Schlipköter, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Mönchengladbach. "Die Kinder können hier auf spielerische Art und Weise Physik erfahren. Ein häufig nicht so spannendes Thema wird auf anderem Wege witzig dargestellt."

Aus diesem Grund konnten es auch die Kinder kaum abwarten, bis Schirmherr Eugen Viehof um 9 Uhr die erste Show eröffnete und Physik-Entertainer "Herr Rainer" im lilafarbenen Anzug die Bühne betrat, welche mit vier roten Schränken, einer Tafel und einem großen, blauen Fass alles bereithielt, was es zum Knallen, Zischen und Qualmen so braucht. Ob ein Becher gefüllt mit Cola, die durch das Hinzufügen eines Pulvers plötzlich die Konsistenz von Wackelpudding erhält, oder eine La-Ola-Welle, die - so der Moderator - "zwar lustig aussieht, aber nichts mit der Sache zu tun hat". Die "Physikanten" wissen genau, wie sie die Kinder bei der Stange halten können. Neben "Herr Rainer", eigentlich Rainer Grünbaum, war auch Beate Bohr als strenge, russische Professorin Olga Borowa mit Brille, Dutt und weißem Kittel dabei. Im wahren Leben Schauspielerin und verwandt mit dem dänischen Atomphysiker und Nobelpreisträger Niels Bohr, spielt sie in der Show die "Physikgöttin" und damit den professionellen Gegenpart zum eher tollpatschigen "Herr Rainer", der immer wieder unerwartet für eine Explosion gut ist.

Gemeinsam jagten sie einen mit Wasserstoff gefüllten Behälter in die Luft, ließen Styropor-Stangen durch Aceton wie von Zauberhand verschwinden oder führten eine "Zauberfolie" (eine Plastiktüte) mit einem "Zauberstab" (ein PVC-Stab) scheinbar magisch durch die Lüfte.

Dafür, dass aus jedem verständnislosen "Hä" auch ein zufriedenes "Ah" wurde, sorgten die einleuchtenden Erklärungen, die nach jedem Experiment folgten, und Fachwörter in kindgerechter Sprache vermittelten. Hierbei konnten die Schüler selbst zu kleinen Physikern werden, indem sie sich tatkräftig bei der Lösungssuche beteiligten. So waren auch die Physikanten nach der Vorstellung zufrieden: "Als Schauspieler kann ich hier nicht nur dummes Zeug reden, sondern echtes Wissen vermitteln. Das fühlt sich am Abend besser an", sagte Rainer Grünbaum schmunzelnd.

Quelle: RP
 
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