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Mönchengladbach
Pilotprojekt: Hilfe zur Selbsthilfe

Mönchengladbach. Caritas berät Senioren, wie sie möglichst lange agil im eigenen Zuhause leben. Von Simone Krakau

Wenn Alltägliches zur Last wird, schon der Einkauf im Supermarkt schwerfällt und lediglich der Gang zur Apotheke anstrengend wird, wissen alte Menschen oftmals nicht mehr weiter. Doch meist fällt die Frage nach Hilfe und Unterstützung alten Menschen schwer. "Sie möchten möglichst lange selbstständig bleiben und empfinden es als Hürde, jemandem um Hilfe zu bitten", weiß Georg Bronheim, Leiter des Caritas-Pflegedienstes.

Um Senioren die Möglichkeit zu bieten, ihre Selbstständigkeit in der häuslichen Umgebung möglichst lange zu erhalten, wurde das Projekt PAKT ins Leben gerufen. Die Abkürzung steht für "Präventives Alltagskompetenztraining" für Senioren und pflegende Angehörige. Das Projekt umfasst drei Hauptbereiche, mit denen sich die Fachkräfte und die Senioren beschäftigen können: die Gesundheit, das Zuhause, und die Aktivitäten. Geschulte Fachkräfte beraten, schulen und trainieren alte Menschen kostenfrei in ihrer gewohnten Umgebung.

Projektträger ist das Bistum Aachen. Mönchengladbach ist eine von drei Regionen, in denen das Projekt nun erprobt wird. Bereits seit Januar dieses Jahres sind die beiden Fachkräfte Brigitte Reiners und Andrea Wimmers für das Pilotprojekt im Einsatz. Reiners kümmert sich derzeit um eine 86-jährige alleinlebende Dame. Diese sorgt sich darüber, was denn nun passiert, wenn sie ganz plötzlich ins Krankenhaus muss. Reiners zeigt der Seniorin, was alles in eine Notfalltasche gehört - die Dame beruhigt das sehr. Da sie ab und an mit dem Rollator unterwegs ist, sich im Umgang mit diesem aber unsicher fühlt, organisierten Reiners und sie gemeinsam die Teilnahme an einem Kurs für den Rollatorführerschein in ihrem Quartier. "Oftmals wissen die Senioren gar nicht, welche Hilfsmöglichkeiten sich ihnen in ihrem Quartier bieten", sagt Walburga Iseken, Projektleiterin und Leiterin der Familienpflege des Caritasverbandes.

Aber auch Ernährungstipps oder einfache Übungen zum Trainieren der Beweglichkeit, werden von den geschulten Fachkräften angeboten. "Oftmals fällt es den Senioren schwer, eine Tasse aus dem obersten Schrank zu holen", weiß Reiners. "Das kann man trainieren." Besonders wichtig ist den beiden PAKT-Fachkräften aber, dass sie Hinweise geben und Ansprechpartner aus Netzwerken nennen, sich die Senioren aber selbst kümmern müssen. "Hilfe zur Selbsthilfe", sagt Reiners.

Zukünftig sollen auch Gruppenangebote geplant werden, bei denen Interessierte in kleinen Gruppen, gemeinsam Bewegungsübungen durchführen und somit Kontakte knüpfen können. "Alles ist freiwillig", sagt Iseken. "Jeder Senior kann jederzeit selbst bestimmen, was er machen möchte, und was nicht."

Momentan ist das Pilotprojekt auf ein Jahr begrenzt. Bis zu zehn Termine, bei denen die Fachkräfte die Senioren in ihrem Umfeld besuchen, können wahrgenommen werden.

Eine Anmeldung kann über die Antwortkarte des Flyers erfolgen, welcher an verschiedenen Stellen in unserer Stadt ausliegt. Aber auch eine telefonische Anmeldung unter 02161/81020 oder per Mail an pakt@caritas-mg.de ist möglich. Weitere Informationen gibt es auch noch unter www.pakt-caritas.de

Quelle: RP
 
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