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Mönchengladbach
Planer grübeln über Hohenzollernstraße

Mönchengladbach: Planer grübeln über Hohenzollernstraße
Radfahrer sind nicht mehr dazu gezwungen, die desolaten Radwege an der Hohenzollernstraße zu benutzen. Schilder warnen jetzt vor Schäden. FOTO: A. Gruhn
Mönchengladbach. Die Straße von Eicken bis zur City genießt im Radverkehrsnetz "hohe Priorität", weist aber laut Masterplan mit die meisten Schäden auf. Ein Umbau wird noch geplant, bis dahin warnen Schilder vor der Gefahr. Von Andreas Gruhn

Es ist ja nicht so, als würde man sich grundsätzlich über jedes neue Schild am Straßenrand freuen. "Achtung Nebel" ist so ein Fall - entweder es ist neblig, oder man kann das Schild lesen. Die Hohenzollernstraße hat auf dem gesamten Abschnitt zwischen Künkelstraße und Bismarckstraße eine ganze Reihe neuer Schilder bekommen. Sie künden dem Zweiradfahrer: "Schäden im Radweg". Das ist im Vergleich zum ersten Bericht im Bürgermonitor unserer Redaktion Anfang August schon ein deutlicher Fortschritt: Bis dahin waren Radfahrer laut Beschilderung gezwungen, den viel zu schmalen und buckligen Streifen auch zu benutzen. Diese Schilder hat die Stadt inzwischen abmontiert (zumindest auf fast allen Teilabschnitten) und dafür die Warnschilder angebracht. Was sich dadurch aber erstaunlicherweise nicht geändert hat, ist der Zustand der Zweiradpiste: Wurzelwerk der Straßenbäume haben den Asphalt an vielen Stellen platzen und zu einer gefährlichen Angelegenheit werden lassen.

Anwohnerin Ursula Piethan hatte sich darüber über Jahre vergebens beschwert, aber jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Planer im Rathaus arbeiten derzeit daran, der Politik ein Konzept vorzulegen, wie die Hohenzollernstraße umgestaltet werden könnte. Das sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Eine Reparatur soll es nämlich nicht geben (die ist auch kaum möglich, ohne die Bäume zu fällen). Angedacht ist etwa, eine Fahrbahn für Autos testweise bis zur Sanierung umzuwidmen und für den Radverkehr freizugeben. OB Hans Wilhelm Reiners steht dem offen gegenüber, im Anschluss daran hatte auch die SPD erklärt, sich dies gut vorstellen zu können. "Aber wir brauchen für eine solche Entscheidung die notwendigen Verkehrsdaten", sagte der planungspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Thomas Fegers.

Im Masterplan Nahmobilität, der gerade den Ratsfraktionen zum Beschluss vorgelegt wurde, wird die Hohenzollernstraße als eine der Routen geführt, auf denen in den Jahren 2012 bis 2015 gehäuft Unfälle mit Radfahrerbeteiligung passierten. Die Straße hat im Radverkehrsnetz eine "hohe Priorität". Dafür bescheinigten die Experten dem Radweg in dem Plan allerdings "starke Schäden, Verunreinigungen in der Oberfläche und Aufwölbungen durch Baumwurzeln", an anderer Stelle aber auch eine viel zu starke "Einengung der lichten Breite durch Bäume, Radverkehrsanlage zu schmal".

Das Planungsbüro empfiehlt in dem Masterplan, dass eine bauliche Umstrukturierung nach einem ganz bestimmten Prinzip für die Hohenzollernstraße geprüft werden solle. Weil es wegen der angrenzenden Bebauung (in diesem Fall die Bäume) keine Möglichkeiten gebe, die bestehenden Radverkehrsanlage zu verbreitern, sei es langfristig notwendig, den Straßenquerschnitt umzugestalten, um großzügig dimensionierte Radverkehrsanlagen einzupassen. Bei stark vom Autoverkehr belasteten Straßen sollten beidseitig Radfahrstreifen, eventuell auch Schutzstreifen markiert werden. So soll eine bessere Führung auf der Strecke und an den Kreuzungen erreicht werden. Eine ganz andere Alternative ist aber auch noch nicht vom Tisch: Die Hohenzollernstraße als Schnellradweg, die die von Krefeld kommende Trasse bis in die City fortsetzt.

Quelle: RP
 
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