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Mönchengladbach
Platt Satt: Lieder über die A 61, Güdderath und Altersflecken

Mönchengladbach. Im "Jlabbacher Platt" geerdet, strahlten Rock und Blues zum dritten Aufschlag im diesjährigen Reigen des NEW-Musiksommers Lokalkolorit im Verbund mit der Weltläufigkeit der Genres aus. "Das ist mal eine Band, deren Texte auch ich verstehe", flachste Event-Manager Mickey Bernard, der die Gruppe "Platt Satt" in der Konzertmuschel an der Kaiser-Friedrich-Halle ansagte. Die hat sich Rock und Blues verschrieben, um in den Texten bodenständig regional aufzutreten. Frontsänger Burkard Esser fügte entsprechend selbstverständlich die Stadtteilnamen Güdderath und Hockstein in den charakteristischen Sound. Der amerikanische Mythos von der Freiheit auf der "Route 66" fand einen Gegenentwurf im Lied über die Mönchengladbacher A 61. Zu den Highlights im Bunten Garten zählte der "Jlabbach Blues". Von Angela Wilms-Adrians

Musikalisch setzt das Quintett auf adaptierte Songs wie etwa "Suzie Q" und "Long Cool Woman" sowie eigene Stücke, zu denen "Burk" Esser passgenau den Tonfall des Niederrheiners einbindet. Denn in Liedern von Liebeskummer, Sehnsucht und Träumen schwang zuweilen die Erinnerung an Erfahrungen aus Jugendtagen nach. Selbstironisch im Verweis auf "Rückenpin", Altersflecken und Falten war der "Bären-Ticket-Song". Vor den Liedern von "fuulem Remmel", "Fernseh-Blues" und dem Badewannen-Song erzählte der Frontsänger kleine Histörchen. "Lot jonn" forderte Esser immer wieder auf, wenn Gitarrist Manfred Meurer, Burkhard "Howie" Franke, Bass Hans Müller und Schlagzeuger Bernd Klomp mit dem Gast-Saxophonisten Markus Steinhauer ansetzten, um in Instrumentalparts zu schwelgen. Einen Gang runter schaltete die Band zum melancholischen Lied in Gedenken an den verstorbenen Blues-Saxophonisten Gerd Reinhardy.

Dem sozialen Anliegen der Konzertreihe entsprechend wurde dieses Mal für die Frauenberatungsstelle Mönchengladbach gesammelt. Doris Ingenhag stellte deren Arbeit vor und berichtete von Angeboten der psychosozialen Beratung und begleitenden Therapie von Frauen und Mädchen ab 16 Jahren in Krisensituationen, um deren persönliche, rechtliche und gesellschaftliche Lebenssituation zu verbessern. Die Hilfesuchenden hätten zum Beispiel häusliche Gewalt durch den Partner oder sexuellen Missbrauch bereits in der Kindheit erfahren. Das Spendenergebnis: 1200 Euro.

Quelle: RP
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