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Mönchengladbach
Politiker verlassen wegen Roeseler-Aussage Ratssaal

Mönchengladbach: Politiker verlassen wegen Roeseler-Aussage Ratssaal
Das ist Dominik Horst Roeseler. (Archivbild) FOTO: Reichartz
Mönchengladbach. Das frühere Pro-NRW-Mitglied sorgte mit einer Bemerkung für einen Eklat. Daraufhin verließen zahlreiche Ratsmitglieder den Saal. Von Dieter Weber

Der Stadtrat machte am späten Mittwochnachmittag den Weg frei für einen verkaufsoffenen Sonntag am 8. Oktober in der Gladbacher Innenstadt. Es war der - neben den üblichen Regularien - einzige Tagesordnungspunkt der Sondersitzung. Auch wenn die bekannten politischen Positionen über das Für und Wider eines verkaufsoffenen Sonntags mit Leidenschaft ausgetauscht wurden, war das nicht der eigentliche Aufreger der Sitzung.

Für den sorgte Ratsherr Dominik Roeseler (früher Pro NRW, heute parteilos). Er sei froh, dass die Hindenburgstraße in Mönchengladbach und nicht am Mittelmeer liege, sagte er in seinem Redebeitrag zum Thema und fügte hinzu: "Hoffentlich verlieren die teilnehmenden Artisten nicht an der Grenze ihre Pässe." Daraufhin verließen zahlreiche Ratsmitglieder den Saal.

Gemünzt war seine Aussage offenbar auf die Hochseil-Artisten Gebrüder Weisheit, die mit ihrer Show der Höhepunkt des Stadtfestes im Oktober sein werden. Die Gruppe kommt aus Gotha (Thüringen), ist Träger des Thüringer Verdienstordens und hat unter anderem beim berühmten Zirkusfestival in Monte Carlo einen renommierten Preis gewonnen. "Ich stelle mich auch inhaltlichen Debatten mit Extremisten. Aber solche plumpen Parolen sind für mich nicht tolerabel", sagte FDP-Fraktionschefin Nicole Finger - sie hatte ebenfalls den Ratssaal verlassen - anschließend. Ihre Haltung teilten zahlreiche Ratsmitglieder. Roeseler selbst lieferte auch eine Erklärung, warum er drei Jahre lang keine Ratssitzung besucht hat. Er sei arbeitsunfähig gewesen, Atteste habe er der Stadt vorgelegt, jetzt sei er gesund geschrieben und werde sein Mandat wahrnehmen.

Vor dem Hintergrund des Roeseler-Auftritts verblasste das Thema, zu dem OB Hans Wilhelm Reiners den Rat zur Sondersitzung hat zusammenkommen lassen. Der OB stellte klar, dass eine Dringlichkeitsentscheidung von ihm in dieser Sache nicht möglich war. Denn der Antrag des Gladbacher City-Managements zum verkaufsoffenen Sonntag im Oktober ging so zeitig Anfang August ein, dass eine Ratssitzung möglich war. Und die Liberale Finger klärte auf, dass die Kosten für diese Sondersitzung überschaubar seien, da die Ratsmitglieder nicht nach Sitzung bezahlt werden, sondern eine pauschale Aufwandsentschädigung bekommen.

In der Sache gab es im Vergleich zu früheren Diskussionen nichts Neues. Grüne und Linke lehnten den verkaufsoffenen Sonntag ab und zweifelten an, ob die Begründung des City-Managements und die Haltung der Stadt rechtsfest sind. Über eine Stellungnahme der Gewerkschaft Verdi - Gegner von verkaufsoffenen Sonntagen - gab es unterschiedliche Ansichten. Laut Linke liegt sie vor, laut Stadt nicht.

Quelle: RP
 
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