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Mönchengladbach
Politiker winken Konzept der Stadt für freies W-Lan durch

Mönchengladbach. Ein kommerzieller Anbieter soll das Netz in Gladbach und Rheydt für drei Jahre aufbauen und betreiben. Von Andreas Gruhn

Die Diskussion im Vorfeld war scharf, dafür ging es gestern Abend im Finanzausschuss dann doch ziemlich schnell: Ohne viel Aufhebens stimmten die Politiker bei einer Gegenstimme für den Vorschlag der Wirtschaftsförderung (WFMG) über den Aufbau eines frei zugänglichen W-Lan-Netzes in den Innenstädten von Mönchengladbach und Rheydt. Die abschließende Entscheidung im Rat ist nur noch Formsache. Anschließend setzt die WFMG das freie mobile Internet für alle City-Besucher um. Wahrscheinlich noch im ersten Halbjahr (so sieht es zumindest das Konzept vor) soll frei gesurft werden können. Die Rahmenbedingungen sehen so aus: Zwei Stunden pro Nutzer sind frei, wer das Netz länger nutzen will, muss Gutscheine kaufen.

Die Testphase über drei Jahre soll insgesamt nicht mehr als 160.000 Euro kosten. Ein Anbieter hatte zugesagt, diese Kostengrenze einzuhalten und dafür eine Versorgung mit einer Bandbreite von 500 Mbit pro Sekunde zu gewährleisten. Von einer solchen Bandbreite können die meisten Internet-Nutzer zuhause nur träumen. Allerdings surft man daheim auch selten mit vielen Hundert Leuten gleichzeitig im Netz. Um welchen Anbieter es sich dabei handelt, wollte das Rathaus gestern im öffentlichen Teil der Sitzung nicht mitteilen. In der Vorauswahl war unter anderem der Anbieter SIB dabei, der als Gesamtpreis fast genau die 160.000 Euro angegeben hatte. SIB betreibt bereits ein ähnliches Netz in Bochum und hatte auch die Technik für den Testlauf auf den Mönchengladbacher Weihnachtsmärkten bereitgestellt.

Jetzt müssen WFMG und der entsprechende Anbieter Häuser in den Innenstädten finden, an denen die sogenannten Zugangspunkte (Access Points) aufgebaut werden können. Dann programmiert der Anbieter in Abstimmung mit der WFMG und der Marketinggesellschaft MGMG eine Startseite, die jeder Nutzer, der sich einloggt, als erstes sieht. Da könnten sich zum Beispiel auch Einzelhändler mit ihren Angeboten präsentieren.

Die Stadt sammelt Nutzungsdaten und will sie auswerten - Besucherfrequenzen, wiederkehrende Besucher, Messung der W-Lan-Nutzer und der Nutzungsdauer, verwendete Smartphones und mehr. Auf dieser Grundlage entscheidet dann der Rat nach der Pilotphase von drei Jahren, ob es das W-Lan weitergeben soll. Dann soll es nach Angaben der Stadt aber rund 30.000 Euro pro Jahr kosten - also deutlich weniger als jetzt.

Quelle: RP
 
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