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Mönchengladbach
Polizei macht Jagd auf Einbrecherbanden

Mönchengladbach: Polizei macht Jagd auf Einbrecherbanden
So wie hier an Krefelder Straße kontrollierten Polizei, Zoll und Ordnungsamt gestern an vielen Stellen in der Stadt. FOTO: angr
Mönchengladbach. Bei Schwerpunkt-Kontrollen an Ausfallstraßen im gesamten Stadtgebiet ist die Polizei gestern gegen mobile Täterbanden vorgegangen. Mehr als 200 Personen wurden kontrolliert. Die Zahl der Einbrüche ist weiter hoch. Von Andreas Gruhn

Die Polizei ist gestern mit einer groß angelegten Kontrollaktion in der Stadt gegen Verbrecher vorgegangen. 170 Fahrzeuge und 203 Personen wurden bis zum Abend überprüft. Dabei wurden in einem Auto Dopingmittel gefunden. Gegen die drei Insassen wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetzes eingeleitet. Vier Autofahrer waren ohne Fahrerlaubnis unterwegs, und 202 Verstöße gegen das Tempolimit wurden notiert. Das Hauptaugenmerk der Beamten galt allerdings mobilen Einbrecherbanden. "Wir sind von vielen Autobahnen umgeben, insofern ist Mönchengladbach eine ideale Einflugschneise und Fluchtroute für Täter", sagte Polizeipräsident Mathis Wiesselmann.

Verteilt im gesamten Stadtgebiet waren 67 Polizeibeamte in zivil und Uniform, acht Zollbeamte und drei Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes unterwegs. "Wir haben sichtbare Präsenz gezeigt, aber auch verdeckt ermittelt", sagte Wiesselmann bei einem Besuch der Kontrollstelle an der Krefelder Straße. Dicke Fische gingen den Beamten zwar nicht nicht ins Netz, dafür wurden eine Menge Erkenntnisse gesammelt.

Im Gegensatz zum Blitzermarathon war diese Kontrollaktion vorher nicht angekündigt worden. Die Polizei in Mönchengladbach hat damit eine der ersten in der sogenannten "Aachener Vereinbarung" festgehaltenen Maßnahmen zur Verbrechensbekämpfung umgesetzt. In dem Papier, das Bundesinnenminister Thomas de Mazière (CDU) und die Landesinnenminister von NRW, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen vor wenigen Wochen unterzeichnet hatten, ist unter anderem ein intensiverer internationaler Informationsaustausch mit Belgien und den Niederlanden vereinbart, aber auch schwerpunktmäßige Kontrollen gehören dazu. In den vergangenen Tagen waren Polizeibeamte in mehreren Städten und Kreisen in NRW unterwegs, teilweise mit Unterstützung von belgischen oder niederländischen Kollegen. Andernorts war es auch zu Festnahmen gekommen.

Die "Aachener Erklärung" hat das Ziel, durch enges Zusammenwirken über die Grenzen hinaus den Fahndungs- und Kontrolldruck auf mobile Täterbanden zu erhöhen. Ebenfalls sollen die Reisewege mobiler Einbrecherbanden im Grenzgebiet durch die Kontrollen erkannt und gestört werden. Durch die im Einsatz gewonnenen Erkenntnisse erhofft sich die Polizei, Tatzusammenhänge zu erkennen und Straftaten aufklären zu können.

Wie aktiv Einbrecher in diesem Jahr auch in Mönchengladbach sind, lässt sich an der Statistik ablesen. Demnach wurden von Anfang Januar bis Ende Oktober in der Stadt insgesamt 1326 Einbruchsdelikte registriert, davon 666 Wohnungseinbrüche. In 342 Fällen schlugen die Täter tagsüber zu. Nur etwa jedes zehnte Einbruchsdelikt konnte aufgeklärt werden, die Quote liegt bis Ende Oktober bei 11,1 Prozent. Damit liegt 2016 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, als die Ermittler es mit 955 Wohnungseinbrüchen zu tun hatten. Noch im Jahr 2014 hatte die Polizei nur 683 Wohnungseinbrüche registriert.

Was Polizeipräsident Wiesselmann optimistisch stimmt ist, dass Einbrecher immer öfter scheitern. "Im letzten Jahr hatten wir eine Versuchsquote von 45 Prozent, jetzt sind es etwa 50 Prozent", sagte Wiesselmann. "Jeder zweite Einbruchsversuch gelingt nicht."

Quelle: RP
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