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Sexuelle Belästigung in Gladbacher Freibad
Polizei schließt weitere Grapsch-Opfer nicht aus

Polizei schließt weitere Grapscher-Opfer nicht aus
Acht Frauen sollen in dem Freibad bei Mönchengladbach begrapscht worden sein. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Zwei junge Flüchtlinge und ein Deutscher sollen acht Mädchen und Frauen zwischen zwölf und 18 Jahren in einem Freibad in Mönchengladbach belästigt haben. Die Polizei bittet mögliche weitere Opfer, sich zu melden. Von Gabi Peters

Im Schlossbad Niederrhein in Wickrath soll es am Dienstagnachmittag zu mehreren sexuellen Übergriffen gekommen sein. Wie die Polizei gestern mitteilte, haben sich bis jetzt acht Mädchen und junge Frauen gemeldet, die sich von drei Männern sexuell belästigt fühlten. Unter anderem seien sie auch begrapscht worden.
Mehrere der Opfer im Alter von zwölf bis 18 Jahren hatten sich zunächst an den Bademeister gewendet und ihn gebeten, die Polizei zu rufen.

Die Beamten nahmen die Personalien der Tatverdächtigen auf. Es handelt sich um drei junge Männer im Alter von 17 und 24 Jahren. Die beiden Jüngeren sind alleinreisende, jugendliche afghanische Flüchtlinge mit Wohnort in Mönchengladbach. Der 24-Jährige ist deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund.

Gegen alle drei Männer wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Sollte sich der Tatvorwurf erhärten, droht ihnen eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Die Polizei konnte gestern noch nicht ausschließen, dass es mögliche weitere Opfer gibt. "Wenn dem so ist, dann sollten sich die Betroffenen bei uns unter der Telefonnummer 02161 290 melden", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen.

In Mönchengladbach gab es bislang kaum Beschwerden über Flüchtlinge. Im Vitusbad war eine Frau einmal beim Schwimmen unsittlich von einem Zuwanderer berührt worden. Dennoch ist die Bäderbetreiberin NEW gewappnet: "Diese Verfehlungen und Straftaten werden nicht geduldet", sagt NEW-Vorstand Armin Marx. Die drei Tatverdächtigen sind nach der polizeilichen Vernehmung umgehend des Bades verwiesen worden. Zudem wird ein Haus- und Betretungsverbot für alle Bäder der NEW erlassen. Dieses gilt mindestens bis zum Ende des Strafverfahrens.

"Unsere Schwimmmeister haben richtig reagiert und sofort die Polizei gerufen", sagt NEW-Bäderleiter Rolf Heithausen. Vor Beginn der Freibadsaison seien alle Mitarbeiter und Hilfskräfte gemeinsam mit der Polizei für solche Situationen geschult worden. "Seit längerem haben wir zudem eine konzernweite Kampagne zum angemessenen Verhalten im Schwimmbad mit Informationsmaterial wie Hinweisschildern, Übersetzungstafeln und Bildmaterial gestartet", so Rolf Heithausen. Diese hängen in mehreren Sprachen und deutlich sichtbar im Eingangsbereich. Die NEW versucht so, auch Flüchtlinge über die hiesige Badekultur und die Hausordnung zu informieren.