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Mönchengladbach
Polizeipräsidium besteht ersten Test

Mönchengladbach: Polizeipräsidium besteht ersten Test
Armin Lövenich, Mathis Wiesselmann und André Strom zeigen die Klimadecke, die die Verzögerung ausgelöst hat. FOTO: Ilgner Detlef
Mönchengladbach. Fenster und Türen in dem Neubau sind absolut dicht - so viel ist klar. Das Polizeipräsidium wird mit 20 Monaten Bauverzögerung im Sommer 2018 fertig. Der Bau wird sechs Millionen Euro teurer als geplant. Von Andreas Gruhn

Im Polizeipräsidium hängen die Kabel aus der Decke, was ein gutes Zeichen ist. Alles riecht neu, es ist hell und freundlich. "Bitte passen Sie auf, wir sind noch nicht überall ganz fertig", sagt Armin Lövenich und eilt voran durch die langen Flure auf dem ersten Rundgang durch das neue Polizeipräsidium an der Krefelder Straße. Lövenich ist Leiter der Duisburger Niederlassung des Landesbaubetriebs BLB und damit für die Liegenschaft zuständig, die vielen in der Stadt und im Land so lange so viele Sorgen gemacht hat.

20 Monate Bauverzögerung wegen einer ungeklärten Vergabebeschwerde, was wiederum Mehrkosten in Höhe von sechs Millionen Euro bedeutet. 78 Millionen Euro wird der Neubau an der Krefelder Straße unterm Strich kosten, hat der BLB ausgerechnet. 72 Millionen waren eingeplant gewesen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass in der Stadt ein Gebäude für die Polizei gebaut worden ist. Alle anderen Polizeigebäude bisher waren zuvor anders genutzt worden. Das Gebäude soll keine Trutzburg sein, sondern offen für die Bürger. Die Kantine mit ihren 300 Plätzen kann jeder besuchen und nutzen.

Im Sommer 2018, vier Jahre nach dem Baubeginn, soll die Mönchengladbacher Polizei dann endlich in ihr neues Domizil einziehen. 760 Beamte werden dann dort ihren Dienst tun. Und wenn man Polizeipräsident Mathis Wiesselmann fragt, dann kann es keinen optimaleren Arbeitsplatz für seine Mitarbeiter geben. "Funktional und architektonisch gibt es kaum ein besseres Polizeigebäude in NRW, das bestätigen sehr viel unabhängige Stimmen", sagt Wiesselmann beim ersten Rundgang vor Journalisten. Wohl aber könnte der Standort besser sein, was der Präsident in etwas blumigen Worten zugibt: "Das Herz der Polizei schlägt für diese Stadt. Aber das Herz schlägt eigentlich in der Mitte und nicht am Rand." Wiesselmann versichert allerdings: "Wir kriegen das hin." Die Bezirksdienste und die Wache in Rheydt mit ihren 60 bis 70 Beamten bleiben erhalten. "Und wir sorgen durch intelligentes Flottenmanagement dafür, dass wir immer in der Nähe sein werden wie bisher."

Das Foyer des neuen Präsidiums ist hell und erstreckt sich über zwei Etagen. FOTO: Ilgner Detlef

Wiesselmann und Lövenich führen gemeinsam mit dem Oberbauleiter André Storm die Besuchergruppe durch den 160 Meter langen und 55 Meter breiten Neubau mit allein sechs Treppenhäusern und 440 Parkplätzen für Dienstfahrzeuge. Allein die Hauptflure haben insgesamt eine Länge von 2,2 Kilometern. Es geht in die Diensträume der Einsatzhundertschaft mit ihren Umkleiden, in die bereits eingerichteten Labore der kriminaltechnischen Untersuchung (KTU), in die künftige Einsatzleitstelle, wo noch gar nichts an technischer Ausrüstung steht. "Wir werden erst umziehen, wenn alles eins zu eins funktioniert", verspricht Wiesselmann. "Der Übergang soll nahtlos geschehen, so dass der Bürger davon gar nichts merkt." Heute arbeiteten seine Beamten in drangvoller Enge, die Gebäude seien zum Teil mit Schimmel befallen. "Das ist für die Kollegen nicht mehr hinnehmbar. Sie sind sehr tapfer mit den Bedingungen umgegangen", sagt Wiesselmann. "Das neue Gebäude bedeutet Quantensprünge in der dienstlichen Lebensqualität."

Im Mannschaftsraum für die Einsatzhundertschaft zeigt Oberbauleiter Storm an die Decke. Dort ist inzwischen die Decke mit der Klimatechnik eingebaut, um die es in dem Streit mit Vergabebeschwerde ging. Die Technik und die Leitungen dazu sind inzwischen verlegt. "Das hat uns diese großen Probleme bereitet", sagt Storm. Nur weil die Firma, die den Zuschlag erhalten hatte, aufgrund der Verzögerungen schließlich entnervt aufgegeben hatte, erledigte sich das Verfahren im Oktober 2016 außergerichtlich.

Der Umzug ist für das kommende Jahr geplant und soll ungefähr vier Wochen dauern. Bis dahin muss das Gebäude noch fertig werden und einige Tests bestehen. Den ersten sogenannten "Blow-Door-Test" hat der Neubau bestanden. Alle Türen und Fenster sind dicht.

Quelle: RP
 
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