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Mönchengladbach
Polnische Gesänge in Gladbacher Kirchen

Mönchengladbach. Seit 1991 gibt es den gemischten geistlichen Chor Musica sacra. Initiator und Gründer ist Zenon Tomkow, ein polnisch-deutscher Musiklehrer. Morgen gibt's ein Konzert in der Franziskuskirche. Von Dirk Richerdt

Wohin sie gehören, wo sie ihr geistliches Zentrum in Gladbach finden, ist für hier lebende polnische Katholiken nicht leicht zu beantworten. Das gilt auch für den Chor Musica sacra, den der Pianist, Kirchenmusiker und Musiklehrer Zenon Tomkow 1991 ins Leben rief. "Anfangs haben wir uns immer in einem Raum der Pfarre in Hardterbroich getroffen, später zogen wir nach Eicken, nach St. Maria Rosenkranz, wo wir im Marienheim proben dürfen", freut sich der aus der Region Danzig stammende Tomkow. Der Chor der Polnischen Katholischen Mission im Bistum Aachen gestaltet auch Gottesdienste in Heilig Kreuz und in der Franziskanerkirche St. Barbara mit. Pastor Stefan Ochalski zelebriert Messen auf Polnisch. In St. Barbara gibt Musica sacra am morgigen Sonntag, 16 Uhr, sein Jubiläumskonzert. "Damit feiern wir unser 25-jähriges Bestehen", erklärt Tomkows Ehefrau Teresa, die in dem gut 40 Köpfe starken Chor im Sopran mitsingt.

Dienst an der Liturgie ist die tragende Säule im Selbstverständnis der Chorgemeinschaft. Außer in Polnisch und Latein erklingen bei Auftritten auch Motetten in anderen Sprachen, in Deutsch, Russisch, Englisch oder Französisch. Und mittlerweile zählt Musica sacra auch Deutschsprachige in ihren Reihen. Die ersten kamen, nachdem Tomkow von Rudolf Sprothen, dem ehemaligen Leiter der Bischöflichen Marienschule, den Kirchenchor in Pesch übernommen hatte. "Damit leisten wir eine besondere Form der Integration", sagt der Chorleiter. "Unsere erste Sprache bei den Proben ist Deutsch", betont Tomkow, das vermindere Schwellenängste. Und auch für Generationen-Integration stehe der Chor: "Wir haben Mitglieder zwischen 16 und 91 Jahren", berichtet der 57-Jährige, der im Hauptberuf als Musik- und Techniklehrer an der Hauptschule Dohr tätig ist. Die Altistin Sigrid Mitchell hat keine Probleme, polnische Motetten zu singen. "Ich höre mir genau an, wie die anderen die Texte in den Noten singen, dann singe ich das einfach nach, bis die Aussprache einigermaßen passt", berichtet Mitchell.

Im Jubiläumsjahr sind zwei Festkonzerte geplant. Das erste ist morgen in der Franziskanerkirche an der Bettrather Straße. Ein weiteres ist für die Vorweihnachtszeit geplant, verrät Tomkow. Das Konzert am Sonntag wird eröffnet von einer "Komplet", dem gesungenen Schlussgebet eines Tages, wie es im Brevier klösterlicher Gemeinschaft Brauch ist. Komponiert hat das Werk der "polnische Händel", der schlesische Barockmeister Grzegorz Gorczycki. Nach der Pause spielt der Kirchenmusiker Heinz-Josef Clemens an der Orgel das Largo "Der Winter" aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Und dann singt der Chor Weihnachtslieder mit lateinischen, polnischen und deutschen Texten. Als Solisten wirken Margarete Tomkow (Sopran), Aleksandra Stolz (Mezzo), Adam Rzechula (Tenor) und Florian Zwick (Bass) mit. Der Chorleiter ist froh, dass er ein Profi-Ensemble aus den Reihen der Niederrheinischen Sinfoniker für die Begleitung gewinnen konnte.

Quelle: RP
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