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Mönchengladbach
Positive Energie im Tanz gewinnen

Mönchengladbach: Positive Energie im Tanz gewinnen
Bulgarische und norwegische Kreistänze übten die Teilnehmer des Interkulturellen Folkloreworkshops am Sonntag im Chorsaal des Theaters Mönchengladbach. Das Angebot richtet sich auch an Migranten und Menschen mit Fluchterfahrungen. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Das Theater Mönchengladbach veranstaltet gemeinsam mit dem Katholischen Verein für soziale Dienste regelmäßig interkulturelle Folkloreworkshops. Der Tänzer Luca Ponti leitet das Projekt zusammen mit Silke Tellmann. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Identität drückt sich in so vielen Dingen aus. Eine besonders lebendige Kraft entfaltet hierbei der Tanz. Namentlich folkloristischer Tanz schlägt Brücken und macht außerdem sehr viel Spaß.

Eben jene Kraft möchte der Interkulturelle Folkloreworkshop in der Obhut des Theaters Mönchengladbach unter der Leitung des Tänzers Luca Ponti nutzen, um Menschen verschiedener Herkunft zusammenzubringen. Gemeinsam mit dem Katholischen Verein für soziale Dienste in Rheydt (SKM) wurde ein mit viel positiver Energie geladenes Treffen ermöglicht, das allmonatlich zum gemeinsamen Tanz einlädt - ganz explizit auch Menschen mit Fluchterfahrungen. Aber eben nicht nur diese Gruppe. Alle sind eingeladen, in Gemeinschaft Tänze - wie diesmal den bulgarischen Dunavsko horo oder den norwegischen Seksmannsril - auszuprobieren, sich in deren Sog ziehen zu lassen.

Bei dem jüngsten Workshop am Sonntag war auch Monika Müller dabei. Die Teilnehmerin verriet, wie sie auf den Workshop aufmerksam wurde: "Ich habe darüber aus der Zeitung erfahren". Sie kam mit der Erwartung, "aus verschiedenen Ländern typische Tänze und andere Leute kennenzulernen."

Zahlreiche Gruppen, neben Einzelpersonen, konnten bisher schon bei Workshops eingebunden werden. "Beim SKM gibt es ein gutes Netzwerk", erläutert Ponti und betont die Offenheit des Projektes auch für Ideen der Teilnehmer: "Jeder bringt seinen Tanz mit, wir sind da ganz offen. Es hat sich so schön entwickelt. Das ist jetzt unser vierter Termin. Wir hatten sogar schon 50 Aktive dabei." Klar, dass auch Tänzerinnen und Tänzer aus dem hiesigen Ballettensemble dabei sind. Auch diesmal wieder.

"Ich komme aus Süditalien, Sizilien. Ich wollte mich schon seit Langem ehrenamtlich engagieren und ich weiß, wie schwierig es bei mir zu Hause ist. Wie viele Flüchtlinge dort hinkommen", berichtet Luca Ponti, wie es zu der Idee des Workshops kam. "Ich bin hier und so kann ich momentan zu Hause nichts tun - deshalb wollte ich hier was machen. Dann habe ich eine nette Dame vom SKM kennengelernt", erzählt der Tänzer. Silke Tellmann und er haben dann zusammen die Idee von dem Folklore-Workshop auf den Weg gebracht. "Wir haben ein gemeinsames Konzept entwickelt, so dass die Leute auch gut einsteigen können", ergänzt Tellmann, die übrigens selbst aktiv an dem Workshop teilnahm. "Wir sind ganz froh, dass es einige gibt, die regelmäßig kommen," erzählt sie und wünscht sich für die Zukunft des Projektes, dass sich daraus etwas Regelmäßiges entwickelt, dass "ein gemeinsames Miteinander" entsteht.

Und genau darum geht es Luca Ponti: "Mein Wunsch war, Harmonie zwischen den Völkern zu entwickeln. Ich war ja berufsbedingt schon viel unterwegs und habe oft gesehen, wie Tanz die Menschen verbunden hat."

Der Nachmittag im Chorsaal des Theaters hat gezeigt, das klappt auch unter widrigen Umständen - Schneechaos - mit weniger Teilnehmern ganz hervorragend. Schon nach dem zweiten Tanz war für Monika Müller klar: "Super toll, aber anstrengend. Alles sehr schön!"

Nächste Termine: 14. Januar und 19. Februar, jeweils 16 Uhr. Treffpunkt: Bühneneingang des Theaters.

Quelle: RP
 
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